Kalender

Nov
13
Mi
Buchvorstellung Andreas Speit – Völkische Landnahme @ Die gute Seite
Nov 13 um 20:00 – 21:30

Informationen der Veranstalter_innen:

Seit Jahren siedeln sich junge Rechtsextreme bewusst in ländlichen Regionen an, um dort generationsübergreifend »nationale Graswurzelarbeit« zu betreiben. Dieser unauffällige Aktionismus ist gegen die moderne und liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet, es herrschen alte Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmuster vor. Die Aussteiger von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk und nationales Brauchtum, organisieren Landkaufgruppen und eigene Wirtschaftsnetzwerke, die bundesweit agieren. Sie bringen sich in örtlichen Vereinen ein und gehen in die lokale Politik, um Umweltschutz mit »Volksschutz« zu verbinden und eine angebliche »Überfremdung « zu verhindern.

Die beiden ausgewiesenen Rechtsextremismus-Expert*en Andrea Röpke und Andreas Speit verfolgen seit Jahren diese kaum beachtete Entwicklung. Sie zeigen die historischen Wurzeln und aktuellen Vernetzungen auf, die bis in die Parlamente reichen. Dabei wird deutlich: Hier handelt es sich um eine unterschätzte Gefahr.

Andreas Speit wird das Buch bei uns vorstellen. Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der jährlichen Herbstreihe der Neuköllner Buchläden gegen Rassismus; unterstützt von der Amadeu-Antonio-Stiftung.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Nov
15
Fr
Lesung: Omas gegen Rechts -Monika Salzer „Warum wir für die Zukunft unserer Enkel kämpfen“ @ Kapelle der Gedächtniskirche
Nov 15 um 19:30

Informationen der Veranstalter_innen:

Rechtspopulismus und Fremdenfeindlichkeit sind in Europa wieder salonfähig
geworden. Auf Berlins Straßen skandierten im Oktober Rechtsextreme:
„Wenn wir wollen, schlagen wir Euch tot“. Das wollen wir OMAS GEGEN
RECHTS nicht tatenlos hinnehmen. Wir treten ein für Vielfalt, Menschen‐
würde, Gerechtigkeit, Verantwortung, Teilhabe und Solidarität, wie es auf
unserem Transparent steht.
„Warum wir für die Zukunft unserer Enkel kämpfen“ ist ein sehr persönli‐
ches Buch über die Gründung der OMAS in Österreich und den Widerstand
gegen die Regierung von Ex‐Bundeskanzler Kurz. Monika Salzer erzählt aus
ihrer eigenen Kindheit im Nachkriegseuropa, von den Traumata der Nach‐
kriegsgeneration und von der Ermutigung, die die OMAS erleben, wenn sie
sich zum Widerstand zusammenschließen. Alt sein, heißt nicht stumm sein!
Monika Salzer, 1948 in Wien geboren, hat Psychologie und Evangelische
Theologie studiert und als Seelsorgerin und Psychotherapeutin gearbeitet.
Im November 2017 gründete sie auf facebook die Gruppe “OMAS GEGEN
RECHTS”, die in der Zivilgesellschaft in Österrreich bald große Bekanntheit
erhielt und mittlerweile auch in Deutschland über 100 Ortsgruppen hat.
Monika Salzer lebt in Wien und Niederösterreich. Sie ist verheiratet, hat zwei
Kinder und drei Enkelkinder und arbeitet nach wie vor als Psychotherapeutin.

 

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Als ich nach Deutschland kam @ BuchHafen Berlin
Nov 15 um 20:00 – 22:00

Informationen der Veranstalter_innen:

Die Erzählungen und das Wissen von Frauen unterschiedlicher Generationen über Migration, Rassismus, feministische Kämpfe und Selbstorganisierung in ihrem politischen und historischen Zusammenhang stehen an diesem Abend im Mittelpunkt. Sie geben Einblicke in ihre Biografien, ihre Communities und ihre solidarischen Zusammenschlüsse. Ihre Erfolge und ihr Widerstand weisen den Weg für den gemeinsamen feministischen Kampf. Aktivist*innen des International Women* Space stellen das Buch und ihre Arbeit vor. Mitveranstalter: International Women* Space e.V.

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen!

Eintritt frei!


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zumachen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Nov
16
Sa
Frauen*rechte und Frauen*hass @ Die Buchkönigin
Nov 16 um 19:00 – 21:00

Informationen der Veranstalter_innen:

Antifeminismus und die Ethnisierung von Gewalt
mit dem Autor*innenkollektiv FE.IN

»Frauen*rechte und Frauen*hass« handelt von jenen, die Feminismus bekämpfen, die Frauen und Personen mit nicht-binären Geschlechts-identitäten als minderwertig ansehen und somit gesellschaftliche Ungleichheit zementieren. Die Autor*innen
analysieren Antifeminismus als gesamtgesellschaftlich existierende Ideologie und Praxis, die auf einer bestimmten Idee von Geschlechterordnung und -rollen basiert. »Frauenrechte« werden im antifeministischen Kontext dann auf den Plan gerufen, wenn es um »die weiße Frau als Opfer nicht-weißer Täter« geht.

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen!

Eintritt frei!


Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zumachen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationenangehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in derVergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische odersonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren
oder von dieser auszuschließen.

Nov
19
Di
Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus @ Literarisches Colloquium Berlin
Nov 19 um 19:30 – 21:00
Theodor W. Adorno: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus @ Literarisches Colloquium Berlin

Informationen der Veranstalter_innen:

In unserer Reihe: Auf Wiedervorlage

Mit Volker Weiss und Martina Renner

1967 hielt Theodor W. Adorno vor Wiener Studenten einen Vortrag über „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ vor dem Hintergrund des Aufstiegs der NPD in der Bundesrepublik der 60er Jahre und stellte dabei Taktiken und Ziele der damaligen Gegenwart jenen der Nationalsozialisten gegenüber. Dabei sei „der Rechtsradikalismus kein psychologisches und ideologisches Problem […], sondern ein höchst reales und politisches. […] Und deshalb muß man ihm, abgesehen vom politischen Kampf mit rein politischen Mitteln, in seiner eigensten Domäne sich stellen. Aber nun nicht Lüge gegen Lüge setzen, nicht versuchen, genauso schlau zu sein wie er, sondern nun wirklich mit einer durchschlagenden Kraft der Vernunft, mit der wirklichen unideologischen Wahrheit dem entgegenarbeiten.“ Eine Analyse, die sich vor dem Hintergrund wiedererstarkender rechter Strukturen der letzten Jahre, immens aktuell liest.

Im Suhrkamp Verlag erschien nun der transkribierte Vortrag erstmals als Buch, versehen mit einem Nachwort des Historikers und Publizisten Volker Weiß, der auch den Abend im LCB mit seinem Vortrag eröffnen wird.

Anschließend diskutiert er mit der Bundestagsabgeordneten Martina Renner und dem Publikum.

Die Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem ausland & Jungle World.

Medienpartner: Jungle World.

Eintritt: 8€/ erm. 5€

Nov
30
Sa
Victor Klemperer, LTI – Lektüreseminar @ Helle Panke - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin
Nov 30 um 10:00 – 18:00
Victor Klemperer, LTI – Lektüreseminar @ Helle Panke - Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Informationen der Veranstalter_innen:

Anmeldung unter:
https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=2748

Das Lektüreseminar widmet sich mit Victor Klemperers Buch LTI – Notizbuch eines Philologen einem Klassiker der kritischen Analyse der nationalsozialistischen Sprache. Es basiert auf umfangreichen Tagebuchaufzeichnungen, wurde erstmals 1947 veröffentlicht und hat seitdem viele Auflagen erlebt. Klemperer untersucht darin vielfältige Dimensionen der Sprache des Dritten Reiches, der Lingua Tertii Imperii (LTI), darunter etwa prägnante Einzelwörter, Redewendungen und Floskeln der Nazisprache, die Instrumentalisierung und Umdeutung von Sprachtraditionen oder die Politik der Normierung und Reglementierung der Sprache seitens der Nazielite. Darüber hinaus geht es Klemperer aber auch in einem viel umfassenderen Sinne um die im Medium von Sprache hergestellte und im alltäglichen Sprachgebrauch reproduzierte nationalsozialistische Ideologie, um das Einwandern und Festsetzen der Herrschaftssprache, um die oft unbewussten Wirkungen und Prägungen, um die Verführungs- und Lenkmacht der Sprache, die sich gerade auch in unscheinbaren Wendungen und Redensarten bekundet. Klemperer geht damit weit über das Feld der offiziellen Politik oder der offenen Zustimmung zum Nationalsozialismus hinaus und bezieht in seine Analysen der Wirkmacht von Sprache selbst noch diejenigen ein, die Gegner und Opfer des Nationalsozialismus waren. Seinen Analysen liegt damit ein Sprachkonzept zugrunde, das Sprache nicht als neutrales Instrument, sondern als wahrnehmungslenkendes und prägendes Medium begreift, in dem Wirklichkeit geformt, beeinflusst und verändert wird. Sprache trägt damit immer politische Züge, auch wenn es um scheinbar ganz unpolitische Dinge geht. Es sind nicht zuletzt diese Dimensionen, die Klemperers Buch im Hinblick auf die Neue Rechte und ihre Sprachpolitik eine neue Aktualität verschaffen. Gerade eine kritische Sprachanalyse kann nämlich über den Nachweis einer bewussten Umwertung und Neubesetzung von Begriffen (wie etwa den der Kultur) oder einer gezielten Verschiebung der Grenzen des Sagbaren durch sprachliche Provokationen (z.B. Umvolkung, Volksverräter) seitens der Rechtsideologen hinaus zeigen, dass rassistische und rechtsextreme Anschauungen längst bis weit in die Mitte der Gesellschaft hinein verbreitet sind und sich dort festgesetzt und oft genug auch dort ihren Ursprung haben (Bspl.: Überfremdung, Nafri).

Auf dem Lektüreseminar sollen ausgewählte Kapitel von Klemperers Buch gelesen und kritisch diskutiert werden. Zu einem kritischen Umgang mit dem Buch gehört es dabei einerseits, auch seinen Widersprüchen, Problemen und offenen Fragen nachzugehen, wie auch andererseits, die (sprach-)kritischen Impulse aufzunehmen und es im Hinblick auf die Sprachpolitik und Sprachpraxis der Neuen Rechten neu zum Sprechen zu bringen.

Teamer*innen: Falko Schmieder und Birgit Ziener