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Jan
20
Mo
Buchvorstellung und Diskussion „Extreme Sicherheit“ @ Alice Salomon Hochschule Berlin
Jan 20 um 18:30 – 20:30
Buchvorstellung und Diskussion „Extreme Sicherheit“ @ Alice Salomon Hochschule Berlin

Informationen der Veranstaltenden:

Immer wieder wird über rechtsextreme Vorfälle in staatlichen Behörden berichtet. Vor allem seit der Selbstenttarnung des NSU wird die demokratische Verfasstheit der Sicherheitsbehörden öffentlich breit diskutiert. Kann man hier wirklich noch von Einzelfällen sprechen oder gibt es rechtsextreme Gruppen und Netzwerke? Und wie steht es um den staatlichen Aufklärungswillen?

Auch in Berlin sind diese Fragen brandaktuell. Seit zehn Jahren gibt es in Neukölln eine mutmaßlich rechtsextrem motivierte Anschlagsserie. Bis heute gibt es keine Ermittlungserfolge. Die Hinweise auf mangelnden Aufklärungswillen bis hin zu aktiver Vertuschung bei Polizei und Verfassungsschutz verdichten sich, die Sorge um rechte Netzwerke wächst.

Die Ergebnisse des Sammelbandes „Extreme Sicherheit“ möchte Petra Pau gemeinsam mit Heike Kleffner (Herausgeberin, Autorin) und Malene Gürgen (taz, Autorin) umfassend diskutieren.

Jan
21
Di
Ausstellungseröffnung „Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.“ @ IG Metall-Haus
Jan 21 um 19:00
Ausstellungseröffnung "Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht." @ IG Metall-Haus

Informationen der Veranstaltenden:

„Seid wachsam, dass über Deutschland nie wieder die Nacht hereinbricht.“ Am Dienstag, 21. Januar 2020, wird um 19 Uhr im IG Metall-Haus in Berlin-Kreuzberg die Wanderausstellung über „Gewerkschafter in Konzentrationslagern 1933–1945“ eröffnet. Vorgestellt wird an diesem Abend auch die neue Alwin Brandes-Biographie. Brandes war langjähriger Vorsitzender des Deutschen Metallarbeiterverbandes (DMV).

Gewerkschaftsmitglieder gehörten zu den frühesten und aktivsten Gegnern des Nationalsozialismus. Tausende von ihnen wurden Opfer der NS-Herrschaft, bezahlten ihren Widerstand mit der Inhaftierung in Konzentrationslagern oder sogar mit ihrem Leben. Die Wanderausstellung, die auf Recherche von Studierenden der Freien Universität (FU) basiert und von der Gedenkstätte Sachsenhausen unterstützt wurde, erinnert an das Schicksal mutiger Frauen und Männer. Die FU-Studierenden haben 34 Lebensläufen von Gewerkschaftern nachgespürt, 22 Biographien werden in der Ausstellung im IG Metall-Haus gezeigt.

Am 2. Mai 1933, gut drei Monate nachdem die Nationalsozialisten die Macht übernommen hatten, besetzten Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und der Nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation (NSBO) Büros, Banken und Redaktionshäuser der im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) organisierten Freien Gewerkschaften.

Führende Funktionäre wurden in „Schutzhaft“ genommen und die Gewerkschaftsvermögen beschlagnahmt. Viele Gewerkschafter organisierten sich in Widerstandsgruppen oder bekämpften als Emigranten das nationalsozialistische Regime. Unter ihnen auch Alwin Brandes. Er war „Oppositioneller – Reformer – Widerstandskämpfer“, so auch der Untertitel der im Herbst 2019 erschienenen Biographie. Brandes gehörte zu den Initiatoren eines reichsweiten Widerstandsnetzwerkes, in dem sich zahlreiche Metallgewerkschafter gegen das NS-Regime engagierten. An den Umsturzvorbereitungen des 20. Juli 1944 war der Gewerkschafter als Teil eines breiteren illegalen Netzwerks beteiligt. Dr. Stefan Heinz, einer der Autoren der neuen Brandes-Biographie, wird im Rahmen der Ausstellungseröffnung am 21. Januar 2020 das Buch vorstellen.

Prof. Dr. Günter Morsch, langjähriger Leiter des Museums und der Gedenkstätte Sachsenhausen, wird in die Ausstellung einführen.

Wanderausstellung und Biographie wurden finanziell durch die Hans-Böckler-Stiftung unterstützt.

Die Ausstellungseröffnung findet statt am Dienstag, 21. Januar 2020, um 19 Uhr im Ausstellungsraum der IG Metall, Alte Jakobstraße 149, 10969 Berlin.

Bei Teilnahme an der Ausstellungseröffnung bitten wir um kurze Rückmeldung per E-Mail an manuela.raddatz(at)igmetall.de.

Die Ausstellung ist vom 22. Januar bis 28. Februar im IG Metall-Haus zu besichtigten.

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 9 bis 18 Uhr, Freitag von 9 bis 14.30 Uhr.

Der Eintritt ist frei.

Kontinuitäten des Antisemitismus @ Volksbühne
Jan 21 um 19:00 – 21:00

Informationen der Veranstalter_innen:

Der Eurovision Song Contest, das Pop-Kultur Berlin Festival, die Ruhrtriennale oder etwa das deutsch-israelische Filmfestival „Seret“ – sie alle waren mit Aufrufen der BDS-Kampagne konfrontiert. „Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“ (BDS) hat zum Ziel, den Staat Israel politisch, wirtschaftlich, und kulturell zu isolieren. Die transnationale Kampagne wird vielfach als antisemitisch eingestuft, erfährt aber auch viel Zuspruch. Im Mai 2019 verurteilte der Bundestag mit großer Mehrheit die BDS-Bewegung, ihre Methoden und Argumentationsmuster als antisemitisch. Allerdings gab es hier heftige Auseinandersetzungen auch innerhalb der Fraktionen.

Insbesondere durch ihre öffentlichkeitswirksamen Boykottaufrufe steht die BDS-Bewegung im Zentrum der Debatten im Kunst- und Kulturbereich. Hier hat sie eine Vielzahl von prominenten Unterstützer*innen und gibt immer öfter den Ton an. Berechtigte Kritik an dieser Allianz wird in der Regel nicht von den Akteur*innen der Kunst- und Kulturszene geäußert. Im Kontext von Kulturveranstaltungen hat sich längst eine rituelle Umkehr des Kräfteverhältnisses etabliert, bei der nicht die ausgegrenzten israelischen Künstler*innen die Opfer von Boykott sind, sondern die Boykotteure zu Opfern von Zensur verklärt werden. Dieses auch bei Rechtsextremen bewährte Schema transportiert u.a. bereits antisemitische Klischees von „den übermächtigen“ Juden.

Antisemitismus wird in und durch die Kunst zu selten problematisiert und folglich externalisiert. Eine gezielte Auseinandersetzung mit (dem eigenen) Antisemitismus findet daher kaum statt. Nicht erst nach dem rechtsterroristischen Mordanschlag in Halle steht dies im krassen Gegensatz zur gesellschaftlichen Relevanz des Antisemitismus. Die Veranstaltung „Kontinuitäten des Antisemitismus – Boykott gegen Israel“ geht der Frage nach, weshalb BDS gerade in großen Teilen der Kunst und Kultur Unterstützung erfährt. Die Gäste sprechen über die Methoden und Argumentationslinien von BDS und inwiefern diese antisemitischen Kontinuitäten folgen.

Die Angst vor Kultur- und Identitätsverlust hat einen zentralen Platz in gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Debatten eingenommen. Daraus folgt eine Partikularisierung in Freund/Feind-Antagonismen und eine Emotionalisierung von Politik. Die Idee einer universalistischen Gesellschaft scheint ein Auslaufmodel zu sein. Eine Zunahme antisemitischer Rhetoriken und Stereotypisierungen – besonders im Rückgriff auf Verschwörungstheorien – zeigt, wie kultiviert und tradiert der Antisemitismus und seine Codes sind. Die „Kontinuitäten des Antisemitismus“ sind Anlass der neuen Veranstaltungsreihe des Forums demokratische Kultur und zeitgenössische Kunst im Grünen Salon, in der die Bedeutung von Antisemitismus in aktuellen politischen Debatten herausgestellt und reflektiert wird.

The fear of loss of culture and identity has taken a central place in social, political, and cultural debates. This results in segmentation into friend-enemy antagonisms and an emotionalization of politics. The idea of a universalist society seems to be a legacy model. An increase in anti-Semitic rhetoric and stereotyping—especially in the use of conspiracy theories—shows how cultivated and long-standing anti-Semitism and its codes are. These “Continuities of Anti-Semitism” are the occasion for the new series of events at the Forum for Democratic Culture and Contemporary Art in the Green Salon, which highlights and reflects on the significance of anti-Semitism in current political debates.

Jan
23
Do
Das Vernichtungslager Bełżec: Die Ermordung der galizischen Juden @ Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Jan 23 um 19:00 – 21:00

Informationen der Veranstalter_innen:

Die Veranstaltung befasst sich mit dem Vernichtungslager Bełżec, wo 1942 während der so genannten Aktion Reinhardt die Mehrheit der galizischen Juden ermordet wurde.

Aktion Reinhardt – von Stephan Lehnstaedt als „Kern des Holocaust“ bezeichnet – war der Deckname der Nationalsozialisten für die Ermordung der jüdischen Bevölkerung im besetzten Polen. Zwischen Juli 1942 und November 1943 töteten die Deutschen fast zwei Millionen Menschen.

Für die Durchführung des Massenmordes errichtete die SS drei Vernichtungslager, die einzig der Tötung von Menschen dienten:
Bełżec, Sobibor und Treblinka. Schon beim Bau kamen Zwangsarbeiter zum Einsatz. In Bełżec wurden über 400.000 Menschen ermordet, die vorwiegend aus Galizien stammten. Häftlinge mussten bei der Ermordung Hilfsarbeiten ausführen – eine besonders perfide Form der Zwangsarbeit.

Vortrag: Prof. Dr. Stephan Lehnstaedt
Professor für Holocaust-Studien und Jüdische Studien,
Touro College Berlin

Vortrag: Dr. Annika Wienert (Warschau)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am DHI Warschau – NIH Warszawa Warschau

Moderation: PD Dr. Susanne Heim
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin

Eine Veranstaltung im Begleitprogramm der Ausstellung
„Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben. Holocaust
und Zwangsarbeit in Galizien“ (bis 2. Februar 2020).

Jan
24
Fr
Bis der Kuchen alle ist! – Hate Slam @ Rigo Rosa
Jan 24 um 19:00 – 21:00
Bis der Kuchen alle ist! - Hate Slam @ Rigo Rosa

Informationen der Veranstalter_innen:

ACHTUNG AUFGEPASST: Aufgrund von Terminkollisionen werden wir die Veranstaltung auf den 24.01.2020 verschieben. Also habt ihr schon mal eine gute Veranstaltung, auf die ihr Euch im neuen Jahr freuen könnt!

Hasskommentare und „Hate Speech“ sind besonders in Zeiten von Social Media kein Novum mehr. Egal ob Politiker*innen, engagierte Bürger*innen oder andere Personen des öffentlichen Lebens, die sich vor allem gegen Rassismus, Antisemitismus, extrem rechte Hetze und für ein zivilgesellschaftliches Miteinander einsetzen, sind immer mehr davon betroffen. Es wird versucht diese Menschen einzuschüchtern und ihr Engagement zu verhindern. Doch wie sehen solche Kommentare oder Zuschriften aus und wie gehen Personen, die von „Hate-Speech“ betroffen sind eigentlich damit um?

Anne Helm, Sprecherin für Strategien gegen Rechts der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus kennt sich mit solchen Kommentaren aus und stellt uns einige dieser Zuschriften vor. Der Kreativität der Verfasser*innen sind hier oftmals keine Grenzen gesetzt. Dabei wird sie aber nicht nur die erschreckendsten, sondern auch die lustigsten, absurdesten und ermutigendsten Nachrichten mitbringen.

Außerdem soll der Raum dafür genutzt werden, um zu zeigen, dass Personen mit diesen Einsendungen nicht allein sind. Wenn ihr also auch absurde Kommentare und speziell humoristische Botschaften erhalten habt, dann bringt sie gern mit. Der beste Kommentar gewinnt einen unschlagbaren Preis. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es für die Gemütlichkeit auch wieder eine Runde Kuchen.

Wann: Freitag, 24. Januar 2020
Wo: RigoRosa- Abgeordnetenbüro von Anne Helm und Niklas Schrader, Schierker Straße 26

Jan
25
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Die fotografische Inszenierung des Verbrechens in Auschwitz @ Leporello Buchhandlung
Jan 25 um 19:30
Die fotografische Inszenierung des Verbrechens in Auschwitz @ Leporello Buchhandlung

Informationen der Veranstaltenden:

Buchpräsentation und Diskussion im LEPORELLO am 25.01.2020

2020 ist ein besonderes Jahr. Der II. Weltkrieg liegt nun 75 Jahre zurück und der 8. Mai, der Tag der Befreiung, wird in diesem Jahr als Feiertag begangen. Am 27. Januar ist es auch 75 Jahre her, dass das KZ Auschwitz befreit wurde. Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den Juden, Sinti und Roma und anderen Verfolgten. Die Vereinten Nationen haben diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts erklärt.

Die SS-Fotografen Bernhard Walter und Ernst Hofmann haben die Abläufe im Vernichtungslager in einem Album dargestellt. Dokumentiert haben sie damit die Tötungsmaschinerie von Auschwitz als „effiziente Verwertungskette“. Unter Ausblendung des Vorgangs des Massenmords an sich zeigen sie den Prozess der Ankunft an der Rampe und die Weiterleitung der Deportierten und ihrer letzten Habe. Die Bilder haben sich in unser ikonographisches Gedächtnis eingebrannt. Sie spiegeln die Sicht der SS auf den Mord an den Jüdinnen und Juden aus Ungarn in Auschwitz 1944.

Tal Bruttmann, Stefan Hördler und Christoph Kreutzmüller ist eine bahnbrechende Analyse des sogenannten „Lili-Jacob-Albums“ gelungen. In „Die fotografische Inszenierung des Verbrechens. Ein Album aus Auschwitz“ erschließen sie nicht nur den Kontext der „Ungarn-Aktion“ und die Hintergründe der Täter. Erstmals klären sie lückenlos die Überlieferungsgeschichte und rekonstruieren die ursprüngliche Abfolge der Fotostrecken. Daraus gewinnen sie neue Zusammenhänge und Erkenntnisse darüber, was auf den Fotos des Albums en detail zu sehen ist. Das dem Album innewohnende Narrativ wird durch diese Herangehensweise dem interessierten Publikum gegenüber offengelegt. Schon jetzt gilt das Buch Holocausthistorikern als „Offenbarung“.

Noch vor der Buchpräsentation in der Urania am 27. Januar 2020 werden die Autoren am Samstag, den 25. Januar, um 19.30 Uhr zu Gast in der Buchhandlung LEPORELLO sein. Sie werden das Buch vorstellen, Bildmaterial präsentieren und mit dem Publikum diskutieren. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird jedoch gebeten. Gebeten wird auch um Voranmeldung unter 66526153.