Kalender

Sep
20
So
Manja Präkels liest aus: „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“ @ Schloss Biesdorf
Sep 20 um 14:00 – 16:00

Informationen der Veranstaltenden:

ACHTUNG!
Eine Teilnahme an der Veranstaltung im Schloss Biesdorf ist nur nach bestätigter Anmeldung unter info@buchhandlungmontag.berlin oder 030 89650712 möglich.
Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …
Manja Präkels erzählt in ihrem Debütroman vom Verschwinden der DDR in einem brandenburgischen Kleinstadtidyll, dem Auftauchen verloren geglaubter Gespenster, von Freundschaft und Wut.
Die Autorin, 1974 in Zehdenick/Mark geboren, ist Sängerin der hochgelobten Band »Der singende Tresen« und Autorin des Lyrik-bandes »Tresenlieder«. Sie ist Mitherausgeberin der erzählerischen Anthologie »Kaltland – Eine Sammlung«, eines Klassikers der Nachwende-Literatur.
Für den Verbrecher Verlag stellte sie mit Markus Liske das Erich-Mühsam-Lesebuch »Das seid ihr Hunde wert!« (2014) sowie den Band »Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn?« (2015) zusammen. Präkels erhielt für ihr Werk zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste (2005) und das Aufenthaltsstipendium im Writers House Ventspils, Lettland (2012/13). Zuletzt erhielt sie für ihr Roman-Debüt das Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium.
http://www.verbrecherverlag.de/book/detail/908
Gedenken am 5. Jahrestag des Mordes an Luke Holland @ Ringbahnstraße / Walterstraße
Sep 20 um 16:00

Informationen der Veranstaltenden:

Wir gedenken Luke Holland, der vor 5 Jahren an dieser Stelle von dem Neonazi Rolf Zielezinski ermordet wurde.
Wir gedenken auch Rita Holland, der Mutter von Luke Holland, die letztes Jahr am 21. Oktober 2019 starb, weil sie den Schmerz über den Verlust ihres Sohnes nicht mehr ertragen konnte. Der Tod von Rita Holland muss auch Rolf Zielezinski zugeschrieben werden.
Am 20.09.2020 findet auch die Beisetzung von Rita Holland in Manchester statt, am Grab ihres Sohnes Luke.
Luke Holland, geboren am 4.4.1984, wuchs in Manchester auf. Er studierte unter anderem in Oxford und war als Jurist tätig. 2014 zog er nach Berlin. Luke wurde am frühen Morgen des 20.09.2015 von dem Neonazi Rolf Zielezinski in der Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Neukölln vor der damaligen Bar Del Rex, einer szenigen Kneipe mit internationalem Publikum, ermordet, als er gerade vor der Tür seinem Freund in England telefonisch zum Geburtstag gratulierte. Der Mörder war zuvor mehrfach als unangenehm-aggressiv in der Bar aufgefallen, unter anderem hatte er sich bei dem ebenfalls englischsprachigen Besitzer darüber beschwert, dass dort zu wenig Deutsch gesprochen werde. Luke gratulierte seinem britischen Freund auf Englisch, wie auch sonst.
Lukes Eltern, Rita und Phil sagten: „Luke musste sterben, weil er Englisch sprach.“
Der Neonazi Rolf Zielezinski schoss Luke mit einer abgesägten Schrotflinte in den Bauch. Luke hatte keine Überlebenschance, die inneren Verletzungen waren zu schwer. Rolf Zielezinski fuhr anschließend nach Oranienburg zum Stadtfest und feierte dort. Als er nachts wieder nach Hause kam, wurde er festgenommen. In seiner Wohnung befanden sich diverse Nazidevotionalien, mehrere Waffen sowie ein Kilo Sprengstoff. Trotzdem wurde er nur wegen Mordes und illegalem Waffenbesitz angeklagt. Der Sprengstoff spielte in der Anklage keine Rolle und sein nationalsozialistischer Ungeist auch nicht. Im Gerichtsverfahren wollte der Richter kein extrem rechtes Motiv des Mörders erkennen. Im Juli 2016 wurde Rolf Zielezinski zu 11 Jahren und 7 Monaten verurteilt, wegen Mord ohne Motiv, so das Urteil. Die Familie und uns erschüttert die entpolitisierende Urteilsbegründung und das Verschweigen des Sprengstoffs.
Trotz bestehender Hinweise weigerten sich Gericht und Staatsanwaltschaft zudem konsequent, zu ermitteln, ob Rolf Zielezinski auch der Mörder von Burak Bektaş sein könnte. Dies wurde schon zu Anfang des Prozesses offensichtlich und vom Gericht bis zum Ende des Prozesses durchgehalten. Die Eltern von Luke Holland, Rita und Phil, sagten während des Prozesses gegen den Mörder ihres Sohnes in Berlin wiederholt, Luke könne noch am Leben sein, wenn der Mord an Burak Bektaş ernsthaft untersucht worden wäre.
Rolf Zielezinski wurde so dargestellt, wie Täter mit rechter Überzeugung von der Polizei und den Gerichten zumeist dargestellt werden: als Mensch, der zuviel trinkt, Eigenbrödler, Waffensammler und natürlich als Einzeltäter. Luke Holland hingegen wurde von der Polizei und in manchen Medien als DJ bezeichnet, der wegen Ruhestörung ermordet worden sei. Dass er Opfer eines nationalsozialistischen Verbrechens wurde, erfuhr die Öffentlichkeit erst durch Freunde von Luke Holland und einer kritischen Gegendarstellung.
Dieser Umgang der Ermittlungsbehörden und Gerichte in Berlin mit rechter Gewalt, Nazimorden und anderen rassistischen Verbrechen, über den immer weitere Fakten öffentlich werden, hat System. Grundlage ist die Kumpanei zwischen rechten „Sicherheitsbehörden“ und Nazis in Neukölln und darüber hinaus. Die Anklage Rolf Zielezinskis ausschließlich wegen Mordes und nicht auch wegen Hassverbrechen und Sprengstoffbesitz, das Ignorieren des politischen Tatmotivs, die Erklärung des Mörders zum Einzeltäter durch Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht haben System.
Kommt am Sonntag, den 20. September 2020 um 16 Uhr in die Ringbahnstraße Ecke Walterstraße in Berlin Neukölln.
In Wut und Trauer am 5. Jahrestags der Ermordung von Luke Holland.
Denkt an Euren Nase-Mund-Schutz und bringt Blumen und Kerzen mit – Luke Holland unvergessen!
Sep
22
Di
Gates-Stiftung, WHO & Gönnertum auf`m globalen Gesundheitsmarkt @ ://about blank
Sep 22 um 19:00 – 21:00

Informationen der Veranstaltenden:

Fakten und linke Kritik an Philantrophie statt Verschwörungsmythen

Mehrere zehntausend Teilnehmende gehen zu Demonstrationen, auf denen die Gefahren des neuartigen Corona-Virus geleugnet bzw. verharmlost werden. Verschwörungsmythen aller Schattierungen werden dort verbreitet. Oft wird dabei auf das Wirken der „Gates Stiftung“ (mit vollem Namen „Bill and Melinda Gates Foundation“ (BMGF) und ihres Einflusses in der globalen Gesundheitspolitik verwiesen. Die Stiftung wolle in erster Linie Angst machen vor dem Corona-Virus und damit ein weltweites Zwangsimpfungsprogramm über die WHO installieren, so die populäre Verschwörungserzählung, die dann noch mit der jeweils eigenen (rechten) Agenda angereichert wird.

Wie jeder erfolgreiche Verschwörungsmythos setzt auch dieser an einer ernstzunehmenden Kritik an, um sie dann in eine wahnhafte Verschwörung zu verzerren:

Ja, es gibt diese Stiftung und ja, sie hat erheblichen Einfluss auf die globale Gesundheitsforschung und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und somit darauf, wie und welche Krankheiten weltweit bekämpft werden. Nach dem durch Trump erklärten Ausscheiden der USA aus der WHO könnte die Gates-Stiftung zum größten Finanzier der Weltgesundheitsorganisation aufsteigen. Sie gibt dann mehr Geld als jeder einzelne der Mitgliedsstaaten der WHO oder andere Geber. Da stellt sich zu Recht die Frage nach ihrem Einfluss auf gesundheitspolitische Entscheidungen und nach der Unabhängigkeit der WHO. Denn die Finanzierungslage der Weltgesundheitsorganisation (wie auch der UN-Organisationen insgesamt) ist seit Jahren mehr als prekär. Vor dem Ausbruch des Corona-Virus interessierte dieses allerdings nur eine Fachöffentlichkeit in Deutschland.

Die Gates Stiftung reizt also zum Widerspruch, hat aber auch ihre Unterstützer*innen : Die einen sehen dahinter die beschriebenen Weltbeherrschungs-Pläne des Microsoft-Gründers Bill Gates. Die anderen verstehen nicht, was die „#COVIDioten“ für ein Problem mit dem doch per sé guten Engagement des Philanthropen und Tech-Milliardärs für globale Impfprogramme und die wichtige WHO haben.

Wir haben uns den Arzt und Referent für globale ­Gesundheitspolitik von medico international Dr. Andreas Wulf eingeladen, uns die Geschichte und Arbeitsweise der Bill and Melinda Gates Foundation sowie der WHO zu referieren sowie darzustellen was daran zu kritisieren ist, wenn gutmeinende Milliardäre und ihre am Aktienmarkt spekulierenden Stiftungen Weltprobleme mit Technologie und Unternehmergeist lösen wollen.

Dieser Informationsabend findet im Gartenbereich des //:about blank statt. Bei Regen nutzen wir das dortige Zelt, bei dem Seitenwände herausgenommen wurden. Aufgrund des Infektionsschutz können wir nur eine bestimmte Anzahl an Teilnehmenden hereinlassen, wir bitten daher um eine Anmeldung. Hier geht es zum Anmeldeformular: https://www.helle-panke.de/de/topic/3.termine.html?id=3033

Sep
24
Do
Mitte im Dialog über Anti-Schwarzen Rassismus @ Zille Klub
Sep 24 um 16:00 – 18:30

Informationen der Veranstaltenden:

Wir laden herzlich ein zur Dialogveranstaltung „Mitte im Dialog über Anti-Schwarzen Rassismus“!
Gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Herrn von Dassel und mehreren Schwarzen und afrodiasporischen Organisationen aus Mitte können Sie über Rassismus gegen Schwarze Menschen diskutieren.
Wie wirkt sich diese Form von Rassismus in Mitte aus? Welche Tendenzen sehen die Expert*innen im Bezirk? Wie kann das Zusammenleben der Menschen in Mitte verbessert werden?
Wir achten auf die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnehmen. Aus diesem Grund bitten wir um Anmeldung unter: schippert@mitteimdialog.de.
Mit dieser Veranstaltung eröffnen wir die diesjährige Veranstaltungswoche Mitte im Dialog in der vom 25.9.-5.10. viele verschiedene Veranstaltungen rund um interreligiöse und interkulturelle Fragen stattfinden.
TRADITION ODER TRANSFORMATION? ANTISEMITISMUS UND RASSISMUS IN DER DDR, IN OSTDEUTSCHLAND UND IN BERLIN @ Festsaal der Berliner Stadtmission
Sep 24 um 18:00

Informationen der Veranstaltenden:

— mit Livestream! —

[Zum Einladungsflyer]

Der Beitritt der DDR zur BRD liegt mittlerweile 30 Jahre zurück. Die negativen Begleiterscheinungen des ostdeutschen Transformationsprozesses und die damit einhergehenden biografischen Brüche sind in den letzten Jahren verstärkt in die öffentliche Diskussion gerückt. Gleichzeitig inszenieren sich Rechtspopulist*innen als Stimme der „Einheitsverlierer“ und können mit ihrer rassistischen und antisemitischen Propaganda an weit verbreitete Ressentiments der Dominanzgesellschaft anknüpfen.

Wie auch in der Bundesrepublik, waren Antisemitismus und Rassismus in der DDR Bestandteil der politischen und gesellschaftlichen Kultur. Im nationalistischen Taumel nach Mauerfall und Vereinigung häuften sich in Ostdeutschland Angriffe auf Minderheiten; an mehreren Orten kam es zu Pogromen gegen Asylsuchende und ehemalige Vertragsarbeiter*innen. Heute, nach 30 Jahren Transformationsprozess, sind aktuellen Studien zufolge sowohl (latent) antisemitische als auch rassistische Einstellungen – insbesondere gegenüber Muslim*innen und Geflüchteten – im Osten teilweise deutlich stärker verbreitet als im Westen.

Welche Erfahrungen haben Jüd*innen, Schwarze und People of Color in Ostdeutschland vor und nach der Wende gemacht, und wie erleben sie die aktuelle Situation? Wie sehr sind heute antisemitische und rassistische Einstellungen im Osten Deutschlands– auch bei Jüngeren – noch von der DDR-Vergangenheit sowie von älteren Traditionsbeständen geprägt, und welche Rolle spielen Deklassierungserfahrungen im Kontext des Transformationsprozesses? Und nicht zuletzt: Ist die Lage in Ostberlin vergleichbar mit der in den neuen Bundesländern, oder hat in der ehemals geteilten Stadt die Unterscheidung zwischen Ost und West mittlerweile an Bedeutung verloren? Diesen und anderen Fragen möchten wir in dem Podiumsgespräch nachgehen.

IM GESPRÄCH:

Anetta Kahane
Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung

Mai-Phuong Kollath
Coach und interkulturelle Beraterin

Dr. Patrice G. Poutrus
Historiker, Universität Erfurt

MODERATION:

Tahera Ameer, BildungsBausteine e.V.

CORONA-REGELUNGEN

Zur Wahrung des Mindestabstands ist die Teilnehmer*innenzahl begrenzt. Bitte im Eingangsbereich Alltagsmaske tragen!

ANMELDUNG

Bitte melden Sie sich bis zum 20.09.20 unter susanna.harms[at]bildungsbausteine.org an
und teilen Sie uns mit, ob Sie vor Ort oder online teilnehmen möchten.

Bei einer Online-Teilnahme schicken wir Ihnen vor der Veranstaltung die Zugangsdaten zum Livestream zu.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen des Projekts „Bewegte Vielfalt in Berlin“.

Lesung & Diskussion: Bruchlinien – Drei Episoden zum NSU. @ Mensch Meier
Sep 24 um 19:30 – 21:30
Lesung & Diskussion: Bruchlinien - Drei Episoden zum NSU. @ Mensch Meier

Informationen der Veranstaltenden:

Vor zwanzig Jahren begann die Mordserie der rechten Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU). Sie endete mit der
Selbstenttarnung nach einem gescheiterten Banküberfall im Jahre 2011.

Mit den Anschlägen von Halle und Hanau sowie dem dem Ende des Strafprozesses gegen fünf Täterinnen und Helferinnen, darunter Beate Zschäpe, tritt auch das öffentliche Interesse an den vielen offenen Fragen in den Hintergrund.

Grafiker*in Nino Paula Bulling erinnert mit der Graphic-Novel „Bruchlinien“ an die Lücken der Aufklärung und die Ermöglichungshandlungen von Behörden wie dem Verfassungsschutz. Bullinghat mit Co-Autorin Anne König dabei eine Erzählform gefunden, die vorschnelle Antworten vermeidet und die Fragen von Angehörigen und Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

Umsonst, draußen, mit Abstand, Maske, Verantwortung & Feuertonne