Internationale Wochen gegen Rassismus 2026

Unter dem Motto „100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ werden vom 16. bis zum 29. März bundesweit die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) begangen. Viele Berliner Bezirke beteiligen sich und haben spannende, abwechslungsreiche und vor allem umfangreiche Programme zusammengestellt. Berlin gegen Nazis präsentiert eine Auswahl aus den zahlreichen Veranstaltungen.

Aktionswochen gegen Rassismus Charlottenburg-Wilmersdorf

Die Organisationen des Initiativkreises Charlottenburg-Wilmersdorf gegen Rassismus setzen auch in diesem Jahr mit einem breiten Programm ein Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und menschenverachtende Ideologien. Insgesamt 63 Veranstaltungen reichen von Bilderbuchkino über Kreativ-Workshops für Jugendliche bis hin zu Lesungen und Vorträgen. Ziele sind, ins Gespräch zu kommen, kritisch zu reflektieren und gegenseitiges Empowerment.

Zum Auftakt der Wochen am 16.3. lädt das bezirkliche Register zusammen mit der Mobilen Stadtteilarbeit Wilmersdorf den Autor Max Czollek ein. Er wird im Haus der Nachbarschaft (Straße am Schoelerpark 37, 10715 Berlin) ab 18 Uhr aus seinem aktuellen Buch „Alles auf Anfang. Auf der Suche nach einer neuen Erinnerungskultur“ lesen. Im Buch setzt er sich kritisch mit der deutschen Erinnerungskultur auseinander und hinterfragt, wie es trotz vermeintlicher Aufarbeitung zu (politischen) Erfolgen der extremen Rechten kommen kann. Anmeldungen bitte per Mail an mosta@nachbarschafft-ev.de. Der Ort ist barrierearm.

Die Volkshochschule City West organisiert am 22.3. einen Rundgang rund um das Mahnmal Gleis 17. Von 13 bis 15 Uhr werden Deportationen der jüdischen Bevölkerung im Nationalsozialismus nachgezeichnet von über einzelne Schicksale berichtet. Treffpunkt ist am S-Bahnhof Grunewald (Ausgang Fontanestraße). Anmeldung mit Kursnummer CW101-071FE via E-Mail (vhs@charlottenburg-wilmersdorf.de) oder telefonisch (030-9029 28873).

Am 26.3. laden mehrere Organisationen ins Pangea Haus in die Trautenaustraße 5 (10717 Berlin) zum Begegnungsabend mit dem Titel „Gegen Rassismus – für Menschenrechte“ ein. Auf dem Programm stehen Musik, Poesie und Berichte über die Vernichtung einer jüdischen Familie im Holocaust, über die aktuelle Situation im Iran und Sudan sowie von Sinti*zze und Rom*nja in Moldawien. Los geht’s um 17 Uhr, es ist keine Anmeldung erforderlich und der Raum ist barrierearm.

Die Lokalgruppe von Aufstehen gegen Rassismus Charlottenburg-Wilmersdorf-Schöneberg wird sich am 28.3. an einem bundesweiten Aktionstag von AgR beteiligen und von 13 bis 16 Uhr einen Infostand als Kundgebung in der belebten Wilmersdorfer Straße bespielen.

Friedrichshain-Kreuzberg

In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es kein explizites IWgR-Programm. Trotzdem finden in diesem Zeitraum einige thematisch passende und interessante Veranstaltungen statt. Die folgenden drei Veranstaltungen werden im Rahmen des „Feministischen März“ im Bezirk organisiert.

Anlässlich des 50-jährigen Bestehens lädt der Türkische Frauenverein Berlin e.V. zur Tagung am 17.3. ein. Von 9:30 bis 16:00 Uhr erwartet die Teilnehmenden unter dem Motto „Intersektional, engagiert, unverzichtbar!“ ein Programm aus Input, Workshopphase (u.a. zu Schutz vor Gewalt und Migrationsrecht) sowie Vernetzung. Die Tagung findet in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung in der Revlaer Str. 29, 10245 Berlin statt, ist kostenlos und barrierefrei zugänglich. Weitere Infos und Link zur Anmeldung hier.

Die Historikerinnen Claudia von Gélieu und Trille Schünke von Frauentouren bieten am 22.3. von 14 bis 16 Uhr eine Führung zum Gedenkort Berliner Frauengefängnis in der Barnimstraße an. Hier waren u.a. Frauen aus dem Widerstand gegen die Nazis inhaftiert. Es werden Biografien vorgestellt, über die Haftbedingungen gesprochen und Erinnerungskultur diskutiert. Treffpunkt ist an der Ecke Pauline-Staegemann-Str. / Barnimstraße in Friedrichshain. Bitte anmelden per Mail an frauentouren@t-online.de. Die Führung ist kostenfrei und barrierearm. Weitere Infos hier.

Die Mittelpunktbibliothek Wilhelm Liebknecht / Namik Kemal in der Adalbertstraße 2 in Kreuzberg hat am 27.3. die Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Übersetzerin Marion Kraft zu Gast. Sie stellt ihren Debütroman „Weltenwechsel“ vor und spricht mit Georgina Fakunmoju darüber. Der Roman beschreibt den Lebensweg eins Mädchens, dessen Kindheit von Kriegen, Armut, Ausgrenzung, Rassismus und sozialen Gegensätzen geprägt ist. Kosten- und barrierefrei. Bitte anmelden unter diesem Link.

Auch mit direktem IWgR-Bezug gibt es vereinzelt Veranstaltungen im Bezirk, so z.B. von der neugegründeten Ortsgruppe der Eltern gegen Rechts Friedrichshain. Am 21.3. trifft sich von 15 bis 17 Uhr das erste mal der antirassistische Lesekreis. Hier sollen Bücher vorgelesen werden, die das Thema Rassismus kindgerecht behandeln. Spielecke und Kuchen auf Spendenbasis inklusive. Kinder jeden Alters sind willkommen. Veranstaltet wird der Lesekreis im RuDi Nachbarschaftshaus, Modersohnstraße 55, 10245 Berlin. Infos auch hier.

In der Landeszentrale für politische Bildung in der Revaler Str. 29, 10245 Berlin, finden im Aktionszeitraum zwei Lesungen aus der Reihe zum Thema Rechtsextremismus mit dem Titel „Auch Deutsche unter den Opfern“ statt. Am 20.3. von 18:30 bis 20:30 Uhr liest Tuğsal Moğul szenisch aus seinem Stück „AND NOW HANAU“ (Näheres hier), am 21.3. lesen Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek aus „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ von 16 bis 18 Uhr. Im Buch erzählen sie von ihrer Jugend und der Zeit, nachdem Neonazis des sog. NSU ihre Väter ermordet hatten (weitere Infos hier).

Wochen gegen Rassismus Lichtenberg & Hohenschönhausen

Zum 6. Mal werden im Bezirk Lichtenberg die Wochen gegen Rassismus organisiert. Das Netzwerk von Engagierten aus Hohenschönhausen und Lichtenberg hat zum Ziel, mit vielfältigen Veranstaltungen möglichst viele Menschen zu erreichen. Das Programm eignet sich dementsprechend für Groß und Klein.

Zum Start der Wochen gegen Rassismus wird auch dieses Jahr eine Fahrradtour mit dem Motto „Bunt unterwegs – Lichtenberg fährt für Vielfalt“ organisiert. Los geht’s am 16.3. um 14 Uhr vor der Anton-Saefkow-Bibliothek (Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin). Ziel der Tour ist das Linden-Center in Hohenschönhausen, wo um 16 Uhr die Auftaktveranstaltung anschließt.

Am 17.3. um 17:30 Uhr wird in der Kiezspinne FAS e.V. (Schulze-Boysen-Straße 38, 10365 Berlin) die Graphic-Novel-Ausstellung „Zeich(n)en gegen das Vergessen“ eröffnet. Sie thematisiert die Biografien von NS-Zwangsarbeitenden in Berlin-Lichtenberg. Das Projekt erinnert daran, dass über 13 Millionen Menschen aus mehr als 20 Ländern im Nationalsozialismus zur Zwangsarbeit gezwungen wurden und auch in Lichtenberg zahlreiche, heute oft vergessene Lager existierten. Gezeigt werden Arbeiten aus zwei Graphic-Novel-Workshops, in denen Jugendliche und Erwachsene anhand historischer Quellen Szenen zu vier exemplarischen Lebensgeschichten entwickelten. Die Ausstellung ist bis zum 11.4. zu sehen.

Am 20.3. um 17: Uhr findet ein Vortrag zur rechtsextremen Jugendbewegung mit besonderem Fokus auf den Bezirk statt. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten ist eine Voranmeldung per E-Mail an Antilope_Lichtenberg@systemli.org erforderlich. Nach Anmeldung erhält man die genaue Adresse. Veranstaltet wird der Abend gemeinsam von der ANTILOPE Lichtenberg und der STK Lichtenberg-Mitte.

Bei der Veranstaltung „Ideenschmiede Fennpfuhl meets Lichtenberger Register“ am 23.3. um 19 Uhr bei BENN Fennpfuhl (Otto-Marquardt-Str. 6, 10369 Berlin) stellt das Lichtenberger Register seine Arbeit vor und gibt einen Überblick über gemeldete rechte Vorfälle im Stadtteil Fennpfuhl im Jahr 2025. Anschließend folgt ein Austausch darüber, wie rechte bzw. rechtsextreme Sticker und Graffiti im Alltag erkannt und gemeldet werden können.

Bei der Abschlussveranstaltung der IWgR in Hohenschönhausen und Lichtenberg am 27.3. beim Storkower Bogen (Storkower Str. 207 in 10369 Berlin) können zahlreiche Initiativen und Organisationen aus Lichtenberg kennengelernt werden – begleitet von Live-Musik und künstlerischen Performances.

Marzahn-Hellersdorf

In Marzahn-Hellersdorf gibt es eine Reihe kostenfreier Aktivitäten im Rahmen der IWgR, die Möglichkeiten für ein tolerantes Miteinander aufzeigen sollen.

Die Kiezgruppe für ein Miteinander Marzahn-Hellersdorf ruft am 21.3. von 10:00 bis 13:00 Uhr zum gemeinsamen Saubermachen in der Bruno-Braun-Straße und Umgebung auf. Neben Dreck soll auch Hetze entfernt werden. Materialien können mitgebracht werden oder sind vor Ort vorhanden. Im Anschluss gibt es Kaffee, Tee und Austausch. Keine Anmeldung nötig, Treffpunkt ist am ehemaligen Jugendklub Klinke (Bruno-Baum Str. 56, 12685 Berlin).

Im Nachbarschaftshaus und Familienzentrum „Kiek in“ (Rosenbecker Straße 25–27, 12689 Berlin) wird am 25.3. von 15:00 bis 19:00 Uhr ein interkulturelles Frühlingsfest für alle gefeiert. Geboten werden Musik, Tanz, Mitmach-Aktionen für Groß und Klein sowie ein kulinarisches Buffet. Keine Anmeldung nötig, der Ort ist barrierearm.

Am 30.3. findet von 17:00 bis 20:00 Uhr im LaLoka (Schneeberger Str. 9, 12627 Berlin) der Linoldruck-Workshop „Erzähle deine Powergeschichte!“ für Mädchen* ab 12 Jahren und Frauen* statt. Anmeldung erforderlich unter laloka@pad-berlin.de. Die Veranstaltung ist auf Deutsch mit Sprachmittlung in Arabisch und Vietnamesisch und wird vom LaLoka und den Stadtteilmüttern in Kooperation mit dem feministischen und migrantischen Kollektiv „Frauen Machen Druck“ organisiert.

Mitte

Gesicht Zeigen!, Partner*in im Netzwerk von Berlin gegen Nazis, lädt anlässlich der diesjährigen IWgR nach Mitte in die Räume ihres Lernorts 7xjung (Flensburger Straße 3, 10557 Berlin) ein. Bei einem Filmabend am 18.3. mit freiem Eintritt wird der Dokumentarfilm „Die Möllner Briefe“ gezeigt. Einlass ist ab 18:30 Uhr. Der Film beschäftigt sich mit dem Brandanschlag von 1992 in Mölln, bei dem drei Menschen starben, sowie mit der großen Welle der Solidarität danach. Zahlreiche Unterstützungsbriefe erreichten die Hinterbliebenen jedoch nie, da sie im Stadtarchiv verschwanden – ein Versäumnis, dessen Folgen der Film bis heute nachzeichnet. Im 7xjung, Flensburger Str. 3. Mehr Infos hier.

Die Möllner Briefe“ werden außerdem bereits am 16.3. um 19:30 Uhr im Kino Hackesche Höfe gezeigt. Verantwortlich hierfür ist der Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V. und der Diözesanrat der Katholiken im Erzbsitum Berlin. Mehr dazu hier.

Am 24.3. ab 17 Uhr können sich Besucher*innen des Lernorts 7xjung spielerisch mit Diskriminierung im Alltag und solidarischem Handeln auseinanderzusetzen. In lockerer Atmosphäre werden gemeinsam von Gesicht Zeigen! entwickelte Spiele ausprobiert und Gespräche darüber geführt, wie man sich im Alltag gegen Diskriminierung und für ein weltoffenes Miteinander einsetzen kann. Eine Anmeldung per E-Mail an huebner@gesichtzeigen.de wird erbeten.

Nicht nur Gesicht Zeigen! positioniert sich im Rahmen der Aktionswochen. Am 19.3. sind die Autorinnen Josephine Apraku und Alice Hasters von 19:00 bis 20:30 Uhr zu Lesung und Gespräch in der Bibliothek am Luisenbad (Badstraße 39, 13557 Berlin) zu Gast. Sie sprechen über ihre Bücher „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ und „Diskriminierung geht uns alle an“ – und damit über Rassismus, Diskriminierung und mögliche gesellschaftliche Gegenstrategien. Der Eintritt ist frei, Getränke gibt es auf Spendenbasis; gern mit vorheriger Anmeldung. Mehr dazu hier.

Das Anne Frank Zentrum bietet am 29.3. von 14 bis 15 Uhr eine öffentliche Familienführung durch die Ausstellung „Alles über Anne“ an. Die Führung für Menschen ab ca. 10 Jahren verbindet die Lebensgeschichte von Anne Frank und ihre Tagebucheinträge mit aktuellen Themen wie Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Anne Frank Zentrum befindet sich in der Rosenthaler Straße 39, 10178 Berlin.

Neukölln – Menschenkette in Rudow

Auch 2026 mobilisiert die Initiative Rudow empört sich – Gemeinsam für Respekt und Vielfalt“ anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus zur Menschenkette und Kundgebung in den Neuköllner Ortsteil Rudow. Aufgerufen wird zur Versammlung am 21.3. um 11 Uhr an der Ecke Alt-Rudow/Neudecker Weg. Unterstützt wird der Aufruf von einem breiten lokalen Netzwerk, z.B. auch dem bezirklichen Verband unserer Partner*in DGB, vom Bündnis Neukölln und den Initiativen Hufeisern gegen rechts und Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektaş. Im Aufruf wird sich u.a. gegen rechte Gewalttaten, Kürzungen bei Sozialem und Klimaschutz sowie Abschiebungen ausgesprochen. Die organisierende Initiative wurde 2025 mit dem Neuköllner Engagementpreis ausgezeichnet. Wir von Berlin gegen Nazis werden die Kundgebung wieder begleiten und davon berichten!

Wochen gegen Rassismus Pankow

Seit 2020 organisiert ein Netzwerk aus Pankower Vereinen, Organisationen, Künstler*innen, Bibliotheken und Verwaltung die Wochen gegen Rassismus im Bezirk. Das Netzwerk setzt sich für Frauen, Migration und Partizipation, für Menschenrechte und gegen Rassismus ein. Auf dem diesjährigen Programm stehen Workshops, Kiezaktionen, Ausstellung und vieles mehr.

Die zwei Wochen starten mit einer Auftaktveranstaltung am 16.3. in der Stadtteilbibliothek Buch (Wiltbergstraße 19-23). Ab 15 Uhr wird zum Markt der Möglichkeiten eingeladen, bei dem sich viele Partner*innen aus dem Pankower Netzwerk vorstellen. Auch wir von Berlin gegen Nazis sind mit einem Stand dabei und freuen uns, den offenen Raum für Ideen, Engagement und kreativen Aktionen mitzugestalten.

Team Gewaltmanagement bietet am 18.3. von 16 bis 19 Uhr ein Zivilcourage-Training für „mehr Mut, Klarheit und Handlungssicherheit“ an. Organisiert wird der Workshop vom Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins und am 18.3. in der Heinrich-Böll-Bibliothek (Greifswalder Str. 87, 10409 Berlin), direkt am S-Bahnhof Greifswalder Straße. Das Training vermittelt praxisnah, wie man Diskriminierung, Beleidigungen oder Bedrohungen erkennt und deeskalierend eingreifen kann, ohne sich selbst zu gefährden. Ziel ist es, Handlungssicherheit sowie mentale, soziale und körperliche Kompetenzen für Zivilcourage im Alltag zu stärken. Eine Anmeldung per E-Mail an heinrich-boell-bibliothek@ba-pankow.berlin.de ist erforderlich.

Das Training kann auch am 25.3., ebenfalls ab 16:00 Uhr, in der Bibliothek am Wasserturm (Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin) absolviert werden. Anmeldungen hierfür an bibliothek-am-wasserturm@ba-pankow.berlin.de.

Und auch in Höhenschönhausen und Lichtenberg sowie Marzahn und Hellersdorf wird das Zivilcourage-Training im Rahmen der IWgR angeboten:
16.3., 11:00 bis 14:00 Uhr, Anna-Seghers-Bibliothek (Prerower Platz 2, 13051 Berlin) – Anmeldungen: anna.seghers.bibliothek@lichtenberg.berlin.de
17.3., 16:00 bis 19:00 Uhr, Anton-Saefkow-Bibliothek (Anton-Saefkow-Platz 14, 10369 Berlin) – Anmeldungen: anton.Saefkow.bibliothek@lichtenberg.berlin.de
16.3., 16:00 bis 18:30 Uhr, Bezirkszentralbibliothek „Mark Twain“ (Marzahner Promenade 54/55, 12679 Berlin) – Anmeldungen: benita.hanke@ba-mh.berlin.de / 030-54 70 41 42
26.3., 16:00 bis 18:30 Uhr, Mittelpunktbibliothek „Ehm Welk“ (Alte Hellersdorfer Str. 125, 12629 Berlin) – Anmeldungen: ehm-welk-bibliothek@ba-mh.berlin.de / 030-54 70 41 42

Erstmals wird ein bundesweiter Jahresbericht veröffentlicht, der systematisch anti-asiatischen Rassismus und Diskriminierung gegenüber asiatisch gelesenen Personen in Deutschland dokumentiert. Am 26.3. lädt die Meldestelle AAR (Anti-Asiatischer Rassismus) von 10 bis 12 Uhr zu einer Pressekonferenz in die Heinrich-Böll-Bibliothek (nahe S-Bhf. Greifswalder Str.) ein und stellt den Bericht für das Jahr 2025 vor. Die Pressekonferenz dauert ca. eine Stunde. Im Anschluss gibt es eine Führung durch die Photovoice-Ausstellung „Wie fühlen wir uns in der Migrationsgesellschaft wohl?“.

Nicht nur in Neukölln, auch in Pankow wird es am 21.3. eine Kundgebung für Vielfalt und gegen Rassismus geben. Von 14:00 bis 17:00 Uhr wird von Pankow gegen Rassismus zum Antonplatz Weißensee (13088 Berlin) mobilisiert. Mit einem Bühnenprogramm setzen die Veranstalter*innen ein öffentliches Zeichen für Menschenrechte und gesellschaftliche Solidarität.

Reinickendorf

Auch in Reinickendorf gibt es in diesem Jahr vereinzelt IWgR-Veranstaltungen. Am 17.3. ab 19 Uhr präsentiert das Vorlese-Ensemble mit Christian Intorp, Nadja Schulz-Berlinghoff und Thomas Hollaender in der Humboldt-Bibliothek Tegel (Karolinenstraße 19, 13507 Berlin) die Lesung „Mut zum Miteinander“. Die Textcollage vereint u. a. Beiträge von Margot Friedländer, Rafael Seligmann, Götz Aly und Theodor W. Adorno. Im Mittelpunkt stehen Erinnerung an den Holocaust, Antisemitismusprävention sowie Dialog und Versöhnung zwischen Religionen und Kulturen. Anmeldung nicht erforderlich. Hier geht’s zur Veranstaltung.

Am 18.3. findet im BBK Linde (Wilhelm-Gericke-Straße 42, 13437 Berlin) der Workshop „Rassismus widersprechen – ein Schnupperworkshop“ von 18:30 bis 20:30 Uhr statt. Die Veranstaltung vermittelt erste Strategien, um auf rassistische Aussagen zu reagieren und im Alltag Haltung zu zeigen. Ziel ist es, mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Alltagsrassismus zu gewinnen. Die Teilnahme ist begrenzt, eine Anmeldung per Mail an benn@wittenau-sued.de ist erforderlich. Mehr hier.

Am 29.3. folgt dann die Intensiv-Version des Workshops „Rassismus widersprechen“, ebenfalls im BKK Linde (Wilhelm-Gericke-Straße 42, 13437 Berlin) und ganze fünf Stunden von 11:00 bis 16:00 Uhr. Auch hierfür bitte anmelden: benn@wittenau-sued.de

Spandauer Aktionsmärz

Zum vierten Mal wird in Spandau der Aktionsmärz organisiert, in dem der Mädchen- und Frauenmärz um den 8. März und die Internationalen Wochen gegen Rassismus um den 21. März zusammen begangen werden. Grund dafür sind die vielfältigen Überschneidungen von Rassismus und Sexismus, die dazu führen, dass sich die Diskriminierungserfahrungen von Mehrfach-Betroffenen verstärken. In den über 70 Veranstaltungen des Spandauer Aktionsmärzes wird darauf aufmerksam gemacht. Das Programm läuft bereits seit dem 1.3. und noch bis zum 31.3. Wir stellen nachfolgend Auszüge aus der zweiten Hälfte vor.

Am 19.3. findet im Stadtteilzentrum Siemensstadt (Wattstraße 13, 13629 Berlin) das Argumentationstraining „Gegen rechte Frauenbilder – Wissen stärken, Haltung zeigen“ statt. Veranstaltet von den Omas gegen Rechts und StoP (Stadtteile ohne Partnergewalt) Spandau, vermittelt die Schulung, rechte und antifeministische Narrative zu erkennen und mit praktischen Gesprächsstrategien sicher und handlungsfähig zu reagieren. Das Training bietet Raum zum Ausprobieren, Reflektieren und Stärken der eigenen Haltung. Anmeldung bis 10.3.2026 per Mail (berlin-spandau@stop-partnergewalt.org) oder Telefon (0152 032 97 915). Barrierefreies WC vorhanden.

Eine weitere Kundgebung in einem Berliner Bezirk: Schon am 20.3. um 13 Uhr findet in Spandau die Kundgebung zum Internationalen Tag gegen Rassismus 2026 statt. Unter dem IWgR-Motto „100% Menschenwürde – Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus“ setzt das Bezirksamt Spandau – Stabsstelle Integration gemeinsam mit Institutionen, Vereinen und lokalen Projekten ein öffentliches Zeichen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Intoleranz. Versammelt wird sich im Durchgang zwischen Rathaus und C&A, Carl-Schutz-Straße 2/6, 13597 Berlin.

Das Kulturamt Spandau lädt am 22.3. zu einem Kiezspaziergang durch die Spandauer Altstadt ein, der sich auf ausgewählte Stolpersteine konzentriert. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Gotischen Haus (Breite Straße 32, 13597 Berlin), wo die Stolpersteine für die Familie Oehl beginnen. In Zusammenarbeit mit der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau werden die Schicksale verfolgter, vertriebener und ermordeter Menschen im Nationalsozialismus erkundet und die heutige Erinnerungskultur erläutert. Anmeldung bis 19.3. per Mail (christina.buech@zitadelle-berlin.de) oder Telefon (030 354 94 44 45).

Exklusiv für FLINTA-Personen (Abkürzung für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) bietet das Register Spandau am 23.3. den Workshop „Was ist eigentlich Antifeminismus?“ an. Von 14 bis 17 Uhr erwartet Teilnehmende im Lerncafé Spandau (Mönchstraße 7, 13597 Berlin) ein interaktiver Workshop, in dem der Begriff Antifeminismus aus wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive beleuchtet, Zusammenhänge mit Rechtsextremismus erklärt und konkrete Beispiele diskutiert werden. Ziel ist es, Perspektiven zu teilen, Handlungssicherheit zu stärken und Raum für Austausch zu bieten. Für Snacks ist gesorgt. Anmeldung bis 16.3. per E-Mail an register.spandau@giz.berlin.

Steglitz-Zehlendorf

Am 19.3. gibt es von und mit der selbstorganisierten Gruppe Kiezstimmen Lankwitz einen Vortrag zum Thema Racial Capitalism, dem von 18:30 bis 20:30 Uhr im Kiezbüro Lankwitz, Emmichstr. 8 in 12249 Berlin, gelauscht werden kann. Kontakt zur Gruppe per Mail an hallo@kiezstimmen-lankwitz.de.

Das bezirkliche Register organisiert am 25.3. einen Putz-Spaziergang durch Lankwitz. Gemeinsam werden rechtsextreme Sticker und Schmierereien im Kiez entfernt – für ein Straßenbild ohne Diskriminierung. Los geht’s um 16 Uhr. Das Register stellt Putzmaterialien zur Verfügung. Der Treffpunkt wird nach Anmeldung bsz@berliner-register.de bekanntgegeben.

Auch in Steglitz-Zehlendorf wird im Rahmen der IWgR die Dokumentation „Die Möllner Briefe“ gezeigt. Das besondere bei dieser Vorstellung am 23.3.: Regisseurin Marina Priesner wird dabei sein und im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung stehen. Los geht’s um 18:30 Uhr im Kiezbüro Lankwitz (Emmichstr. 8 in 12249 Berlin), Ende ist gegen 21:30 Uhr. Mehr hier.

Am 20.3. von 16 bis 18 Uhr lädt die Mosaik Erzähl- und Begegnungswerkstatt gemeinsam mit dem Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. zur Veranstaltung „Miteinander im Kiez – Vielfalt leben“ in die Mörchinger Str. 49, 14169 Berlin ein. Nachbar*innen stellen verschiedene Feste, Tänze und musikalische Traditionen vor; zudem wird gemeinsam das persische Neujahrsfest Nowruz gefeiert. Begleitet wird der Nachmittag von kulinarischen Kostproben und kreativen Angeboten für Kinder. Die Veranstaltung ist offen für alle und findet auf Deutsch, Arabisch und Farsi statt; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Infos hier.

Tempelhof-Schöneberg

Auch in Tempelhof-Schöneberg wird im Rahmen der IWgR spaziert, und zwar am 21.3. von 14 bis 16 Uhr mit Treffpunkt am Eingang des Rathauses Schöneberg. Partnerschaft für Demokratie, Registerstelle, DGB Kreisverband Tempelhof-Schöneberg und Bezirksamt Schöneberg laden ein, rund um das Rathaus zu spazieren. Die Gruppe wird dokumentierte Diskriminierungsfälle anlaufen und dabei etwas über die Arbeit des Registers Tempelhof-Schöneberg erfahren. Bei dem Spaziergang darf auch geputzt werden, um rechte Schmierereien aus der Öffentlichkeit zu beseitigen. Danach laden die Organisator*innen die Teilnehmenden ins Café Haberland zu Snacks und Getränken ein.

Treptow-Köpenick

Auch Treptow-Köpenick folgt dem Ruf der Stiftung gegen Rassismus. Viele Projekte und Institutionen beteiligen sich am Programm.

Am 18.3. bietet das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (Britzer Str. 5, 12439 Berlin) eine öffentliche Führung zum Thema „Frauen in der NS-Zwangsarbeit“ an. Der Rundgang durch die Ausstellungen „Alltag Zwangsarbeit 1938–1945“ und „Baracke 13“ beleuchtet die besonderen Erfahrungen von Zwangsarbeiterinnen, darunter Diskriminierung, sexualisierte Gewalt sowie die Situation schwangerer Frauen während der NS-Zeit. Die Führung ab 16 Uhr dauert ca. zwei Stunden, ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.

Das STERNENFISCHER Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick (Oberspreestraße 182, 12557 Berlin) organisiert am 19.3. von 10 Uhr bis 15 Uhr das Demokratietraining „Halt und Haltung zeigen“ für Engagierte im Ehrenamt statt. Gemeinsam mit unserem Schwesterprojekt Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) werden Strategien zum Umgang mit diskriminierenden, rassistischen oder politischen Konfliktsituationen im Alltag vermittelt. Neben fachlichem Input bietet die Veranstaltung Raum für Austausch, Reflexion und praktische Handlungsmöglichkeiten. Anmeldung bis 11.3. per Mail an info@sternenfischer.org.

Eine weitere spannende öffentliche Führung im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit (Britzer Str. 5, 12439 Berlin) findet am 29.3. um 14 Uhr statt. Diesmal geht es durch die Wanderausstellung „Trotzdem da! Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“. Der Rundgang beleuchtet die Schicksale von Kindern, die während der NS-Zeit aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen hervorgingen. Die Führung dauert ca. eine Stunde, ist kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.

Bereits am 19.3. wird begleitend zur Ausstellung der Film „The Lion is telling the Story of the Forest“ gezeigt. Los geht’s um 19 Uhr, danach diskutieren u.a. ein Sohn aus einer verbotenen Beziehung über das Thema.

Mit Kino lockt auch die Partnerschaft für Demokratie Treptow-Köpenick und lädt am 24.3. um 19:30 Uhr ins Kino Casablanca Adlershof ein. Gezeigt wird der Film „Sinners“ von Ryan Coogler, der sich mit Rassismus, gesellschaftlichen Machtverhältnissen und solidarischem Zusammenhalt auseinandersetzt. Begleitet wird die Vorführung von einem „Vielfalt-im-Film“-Quiz, das Fragen zu Repräsentation im Kino, den Academy Awards und Debatten wie #OscarsSoWhite aufgreift.

Hintergründe zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus

Am 21. März 1960 erschoss die Polizei in Südafrika 69 Schwarze Menschen, die friedlich gegen das Apartheid-Regime protestierten. Sechs Jahre später wurde der 21. März von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“ ausgerufen. Seit 1979 laden die Vereinten Nationen alle ihre Mitgliedstaaten darüber hinaus dazu ein, alljährlich Aktionswochen der Solidarität mit den Gegner_innen und Opfern von Rassismus zu organisieren. Deutschland folgt dieser Einladung seit 1994. Zunächst wurde bundesweit eine Woche vom Interkulturellen Rat in Deutschland e.V. koordiniert. Seit 2008 sind es zwei Wochen. 2014 hat der Interkulturelle Rat die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus gegründet, die seitdem die Koordination übernimmt. Im vergangenen Jahr zählte die Stiftung über 3.000 Veranstaltungen und über 2.000 religiöse Feiern, die im Rahmen der IWgR organisiert wurde. Dieses Jahr werden die Wochen zum 30. Mal unter dem Motto „Menschenwürde schützen“ begangen. Mehr Informationen finden sich bei der Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus.

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