Demo 1x1 für Berlin
Gegenprotest wirkt. Ob gegen Rechtsextreme, Rassismus, Antisemitismus, Verschwörungsideologien oder für Menschenrechte und Solidarität: Sichtbarer Protest auf der Straße ist eine der wirksamsten Möglichkeiten, auf die Gefahren von Rechtsextremismus und Diskriminierung hinzuweisen und demokratische Positionen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen. Egal, ob Du gerade erst eine neue Initiative startest oder schon Teil einer erfahrenen Vorbereitungsgruppe bist – Versammlungen zu planen heißt, viele Fäden zusammenzuführen. Antworten auf grundlegende Fragen, wie ihr Proteste organisieren, bewerben und sicher umsetzen könnt, erhaltet ihr hier!
Demo anmelden – So geht’s
Ihr habt über die Versammlungsdatenbank des Landes Berlin von einer rechtsextremen, rassistischen, antisemitischen oder verschwörungsideologischen Versammlung erfahren und ihr wollt sie nicht unwidersprochen im öffentlichen Raum stehen lassen? Die Versammlungsfreiheit ist gesetzlich geschützt, anmelden müsst ihr euren Protest dennoch. Das geht am einfachsten über die Internet-Wache der Berliner Polizei: www.internetwache-polizei-berlin.de/index_2.html
Für die Versammlungsanmeldung solltet ihr klären:
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Kontaktdaten der Anmeldeperson (Name, eine ladungsfähige Adresse, E-Mail, Telefon – außerhalb der Polizei werden diese Daten nicht sichtbar)
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Motto des Protests (muss nicht genau wie euer Aufruf klingen)
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Ort mit Postleitzahl
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Beginn & Ende, inkl. Auf- und Abbauzeiten
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Bei Demos: genaue Route (Straßen einzeln auflisten)
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Zu erwartende Anzahl an Teilnehmenden (inkl. geplanter Einsatz von Ordner*innen)
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Ausstattung wie Bühne, Musikanlage oder Fahrzeuge
→ Nachträgliche Ergänzungen sind möglich!
Wichtig: Die Anmeldeperson kann aus Eurer Gruppe kommen oder jemand sein, dem ihr vertraut – zum Beispiel weil sie schon Erfahrung mit Anmeldungen mitbringt. Sie muss Name und eine ladungsfähige Adresse angeben, die die private Wohnadresse sein kann, aber nicht muss (siehe Seite 26 in unserer Versammlungsbroschüre). Die Anmeldeperson kann eine Versammlungsleitung benennen, die vor Ort juristisch verantwortlich ist und die Versammlung eröffnet und beendet.
Sobald eine Versammlung angemeldet ist, besteht die Möglichkeit, ein Kooperationsgespräch mit der Versammlungsbehörde zu führen, in dem ihr zentrale Punkte wie Gefahrenprognosen, eure eigenen Vorstellung oder Störungen vorab klären könnt. Haltet alle Absprachen idealerweise schriftlich fest, das erleichtert die Kommunikation mit der Polizei am Tag der Versammlung.
INFO:
Musik, Redebeiträge oder Durchsagen – überlegt früh, was ihr für die technische Umsetzung braucht und klärt gegebenenfalls die dafür notwendige Logistik mit der Polizei. Jugendzentren, Stadtteilkoordinationen oder Kultureinrichtungen in eurem Bezirk haben oft Technikequipment, das ihr leihen könnt. Klärt zusätzlich ab, ob die Musik, die ihr spielen wollt, GEMA pflichtig ist. Kein Steckdose in Sicht? In den meisten Baumärkten könnt ihr einen Generator ausleihen.
Weiterführende Informationen: Was passiert nach der Anmeldung und was ist das Deeskalationsgebot? Antworten auf diese und viele weitere Fragen findet ihr in unserer Publikation „Auf die Straße, fertig, los – Handlungsempfehlungen für Versammlungen“. Gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) haben wir dort praktische Tipps und Erfahrungswissen für euch zusammengestellt.
Wie sorge ich für Sicherheit?
Zusammen zu einer Demonstration zu gehen, ist nicht nur motivierender und macht mehr Spaß – ihr könnt euch auch gegenseitig unterstützen und aufeinander achten. Besonders wenn ihr gegen einen rechtsextremen Aufmarsch protestiert oder die Demonstration in einer Gegend stattfindet, die für rechtsextreme Aktivitäten bekannt ist, organisiert die An- und Abreise gemeinsam.
In den letzten Jahren haben insbesondere Störungen durch rechtsextreme Streamer*innen zugenommen. Sie stören durch Zwischenrufe, bedrängen und provozieren Teilnehmende oder filmen Personen ab, mit dem Ziel Proteste lächerlich zu machen, Menschen zu verunsichern und Aufmerksamkeit für ihre eigenen Inhalte zu generieren.
O rganisiere im Vorfeld ein kleines, eingespieltes Team von Ordner*innen, das für Teilnehmende gut erkenn- und ansprechbar ist, zusätzlich zur Polizei auf Sicherheit achtet und im Rahmen von Störungen selbstsicher handelt:
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Direkter Kontakt zur Versammlungsleitung in Form von Meldeketten
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Information für Teilnehmende über mögliche Störversuche
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Absprachen mit der Moderation für klare Ansagen im Ernstfall
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Transparente Kommunikation gegenüber Medien und Polizei
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Vorbereitete Textbausteine, um Störungen sachlich zu benennen und Teilnehmende zu informieren
Du willst nicht ungefragt im Netz landen? Verständlich. Bei öffentlichen Versammlungen und Veranstaltungen ist das Recht am eigenen Bild eingeschränkt – nur Portrait-Aufnahmen sind nicht zulässig. Tücher, Hüte, Masken oder Regenschirme sind bei Versammlungen in Berlin grundsätzlich erlaubt, sofern nicht in den Auflagen zur Versammlung explizit etwas anderes steht. Auch zum Schutz vor Kameras. In der Praxis kommt es trotzdem häufig zu Diskussionen mit der Polizei, wenn die vermeintliche „Pressearbeit“ von Streamer*innen eingeschränkt wird . Thematisiert und erklärt das Schutzbedürfnis der Versammlungsteilnehmenden gegenüber Störer*innen schon im Vorfeld beim Kooperationsgespräch mit der Polizei und wiederholt euren Wunsch auch noch einmal am Tag selbst gegenüber eurer Ansprechperson bei der Polizei.
Weiterführende Informationen: Vorsicht: Rechtsextreme versuchen oft, über juristische Auseinandersetzung an Privatadressen zu gelangen. Dies kann verhindert werden, auch wenn eure Personalien aufgenommen worden sind. Meldet den Vorfall bei ReachOut oder der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Dort bekommt ihr weitere Unterstützung.
INFO: Ihr seid Zeug*in von Beleidigung oder Bedrohung, oder selbst betroffen von einem Vorfall? In der Broschüre „Wachsam sein! Zum Umgang mit rechten und rechtsextremen Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen" und „Auf die Straße, fertig, los – Handlungsempfehlungen für Versammlungen“ von Berlin gegen Nazis und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) findet ihr weiterführende Informationen.
Wie bewerbe ich meine Demo richtig?
Damit ihr die Aufmerksamkeit bekommt, die ihr verdient, ist eine breite und kreative Bewerbung die Basis. Ziel ist es, möglichst viele Menschen, Gruppen und Initiativen zu erreichen und zum Mitmachen zu motivieren. Multipliziert eure Reichweite – je mehr Netzwerke beteiligt sind, desto größer die Sichtbarkeit. Sammelt im Vorfeld Statements, die ihr in die Bewerbung einarbeitet und bittet Bündnisse, Organisationen und Unterstützer*innen, den Aufruf zu teilen.
Kommuniziert die wichtigsten Informationen klar und ansprechend:
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Wann und wo findet die Demo statt?
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Worum geht es?
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Wer ruft auf?
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Wer soll erreicht werden?
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Gibt es einen Hashtag oder Slogan?
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Gibt es einen besonderen Anlass oder Gedenktag, an den die Demo anknüpft?
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Welche Gruppen sind bereits dabei?
Übertragt Hashtags, Grafiken und Statements in den öffentlichen Raum – zum Beispiel mit Kreide auf Gehwegen oder als Banner mit Slogans an Balkonen. Malaktionen sind zu aufwendig, die Zeit zu knapp? Berlin gegen Nazis verleiht auf Anfrage Positionierungsequipment in unterschiedlichen Größen und Materialien.
INFO: Auf jedem Druckerzeugnis muss ein Verantwortlicher laut Presserecht (V.i.S.d.P.) mit vollständigem Namen und Adresse genannt werden – meist klein am Rand. Prüft ob, statt der privaten Adresse die eines Vereins oder einer Initiative genutzt werden kann – das schützt Daten und wirkt professioneller.
Was sollte ich beim Umgang mit der Presse beachten?
Proteste gegen rechtsextreme Aufmärsche sowie solidarische Großdemonstrationen setzen wichtige Zeichen und erhalten oft mediale Aufmerksamkeit. Aber auch für kleinere Proteste gegen rechtsextreme Treffpunkte auf lokaler Ebene oder Solidaritätskundgebungen für Betroffene rechter Gewalt interessieren sich Journalist*innen. Insbesondere tagesaktuelle Medien arbeiten oft unter großem Zeitdruck und benötigen innerhalb weniger Minuten ein prägnantes Statement. Klärt deshalb im Vorfeld, wie ihr mit der Presse umgehen wollt:
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Wollt ihr mit der Presse sprechen? Im Vorfeld, während des Protests und danach?
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Wer ist für Presseanfragen zuständig?
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Welche zentralen Botschaften wollt ihr vermitteln? Wer darf/soll offiziell Statements geben?
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Habt ihr eine Mailadresse oder Telefonnummer, die ihr weitergeben könnt?
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Habt ihr klare Absprachen zur Autorisierung von Zitaten?
Bekannte Protagonist*innen aus dem rechtsextremen und verschwörungsideologischen Spektrum treten auf Demonstrationen gerne als Medienvertreter*innen auf und berufen sich (ohne aber auch mit Presseausweis) gegenüber der Polizei auf das Recht zur Berichterstattung. Fragt deswegen immer für welches Medium die Person arbeitet, bevor ihr antwortet und Informationen teilt. Rechte Streamer*innen kündigen ihre „Live-Berichterstattung“ übrigens oft schon im Vorfeld an.
INFO: Wie sieht ein Presseausweis aus und was ist der Pressekodex? Antworten auf diese und viele weitere Fragen findet ihr in unserer Publikation „Auf die Straße, fertig, los – Handlungsempfehlungen für Versammlungen“. Gemeinsam mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR) haben wir dort praktische Tipps und Erfahrungswissen für euch zusammengestellt.
Beispiele
Vernetzen
Kennenlernen zum Positionieren – Vernetzung zum Engagement
Viele Menschen in Berlin haben das Bedürfnis, sich zu engagieren. Sie fühlen sich aber vereinzelt und wissen nicht, wie und mit wem sie über das Besuchen von Demonstrationen hinaus aktiv werden können.
Hier ist es lohnenswert, sich in der unmittelbaren Nachbar*innenschaft oder im Bezirk umzusehen – digital wie analog. Gibt es bestehende Initiativen oder Bündnisse, die ihr anschreiben und fragen könnt, ob und wie ihr helfen könnt? Haben diese eventuell sogar bereits „offene Treffen“ für Interessierte? Gibt es Orte (Jugendzentren, Buchhandlungen, Cafés, Kneipen, soziale Zentren) in eurer Umgebung, die sich positionieren und an denen ihr bei Veranstaltungen mit bereits Aktiven ins Gespräch kommen könnt?
Habt ihr vielleicht schon ein oder zwei Menschen im Umfeld, die sich auch engagieren wollen und könnt euch vorstellen, zusammen an solchen Orten selbst ein „offenes Treffen“ zu organisieren und zu bewerben, bspw. mit Flyern und Aushängen? Menschen kennenzulernen, mit denen man gemeinsam aktiv werden kann, ist schließlich der erste und wohl wichtigste Schritt beim Engagement – und an sich schon ein wichtiger Beitrag zu demokratischer Kultur in Berlin.
Beispiel:
https://queere-jugend-berlin.de/event/kreuzberg-solidarisch-gegen-rechts-offenes-treffen/
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de.
Social Media
Multipliziert eure Reichweite
Soziale Medien sind Verstärker: Nutzt sie, um Menschen zu erreichen, die nicht vor Ort sein können und informiert beispielsweise mit Aktions-Hashtags über Proteste und Mobilisierungen gegen rechtsextreme Aufmärsche. Ihr könnt euch auch an Gedenk- und Aktionstagen positionieren. Relevante Termine findet ihr beispielsweise in der Übersicht von Feier- und Gedenktage der Migrationsgesellschaft von IDA e.V..
Denkt dran: Wer Social Media nutzt, gestaltet Öffentlichkeit mit. Wenn ihr also eigene Kanäle betreibt, formuliert transparente Regeln für euer Profil und meldet rechtsextreme und menschenfeindliche Inhalte.
Beispiel für Aktionstage/Aktionshashtags:
#internationalewochengegenrassismus #saytheirnames #wirsinddiebrandmauer https://www.instagram.com/wirsinddiebrandmauer/?g=5
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de.
Infostand
Aktiver Infostand – Infostände die wirken
Ein gut gemachter Infostand zieht Aufmerksamkeit auf sich und bringt euch in Kontakt mit Menschen, die sich noch nicht so intensiv mit eurem Thema beschäftigt haben. Blickfänge, interaktive Aktionen und Kleinigkeiten zum Mitnehmen erleichtern den Einstieg in den Dialog. Ihr könnt zum Beispiel eine Mini-Ausstellung einsetzen, um komplexe Inhalte anschaulich zu vermitteln – etwa durch Bilder, Texte oder Objekte.
Wichtig: Zeigt nur Fotos, für die ihr die Nutzungsrechte habt – prüft die Lizenzen und nennt ggf. die Namen der Fotograf*innen. Wenn ihr eine Ausstellung ohne Anbindung an einen Infostand plant, denkt an die Anmeldung.
Damit ihr gut vorbereitet seid, falls es zu Störungen kommt, unterstützt euch das Handout Umgang mit Störungen an Info- und Wahlkampfständen der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin mit hilfreichen Tipps.
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de.
Anwohner*innen-Flyer
Informiert über rechtsextreme Aktivitäten in eurem Kiez
Die Routen rechtsextremer Aufmärsche werden oft erst kurz vorher bekannt – dann zählt jede Minute. Informiert eure Nachbarschaft schnell, um sie zu schützen und Protest zu stärken. Berlin gegen Nazis bietet mit Partner*innen eine erprobte Flyervorlage in vielen Sprachen, die ihr per Briefkasteneinwurf oder auf der Straße verteilen könnt. Nur Datum, Route, V.i.S.d.P. und Logos müssen bei Bekanntgabe der Route ergänzt werden. Schreibt uns an und lassen euch die Flyervorlage zukommen.
Tipp: Sprecht mit lokalen Copyshops, ob sie euch
beispielsweise durch die Kostenübernahme des Flyerdrucks unterstützen wollen.
INFO:
Auf jedem Druckerzeugnis muss ein Verantwortlicher laut Presserecht (V.i.S.d.P.) mit vollständigem Namen und Adresse genannt werden – meist klein am Rand. Prüft ob, statt der privaten Adresse die eines Vereins oder einer Initiative genutzt werden kann – das schützt Daten und wirkt professioneller.
Beispiel:
Flyer von Anwohner*innen-Initiative für Zivilcourage – gegen rechts
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de.
Wischmob
Wish the mob
Die Idee eines Wishmobs vereint drei Dinge: das Wünschen, das Wischen und den Flashmob als spontane Ansammlung von Menschen. Schnappt euch einen Wischmop, tunkt ihn in Wasser und schreibt damit auf die Straße. Wird der Wishmob öffentlich beworben, muss er bei der Versammlungsbehörde angemeldet werden – entweder als eigene Kundgebung oder als Mitankündigung durch den Veranstalter*in einer bereits angemeldeten Versammlung.
Beispiel: Wishmob Aktion von UNBOX Berlin
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de.
Sprühkreide
Macht jeden Meter Asphalt zu eurem Banner
Plakate sind oft zu weit entfernt oder schlecht lesbar. Wenn ihr die Route eines rechtsextremen, antisemitischen oder verschwörungsideologischen Aufmarschs kennt, könnt ihr mit Schablonen aus Pappe und Sprühkreide Botschaften auf den Asphalt bringen. Nutzt ausschließlich Sprühkreide. Sie ist temporär, leicht abwaschbar und verschwindet beim nächsten Regen. Dennoch gilt: Öffentlicher Raum ist keine rechtsfreie Zone. Besprüht keine Privatflächen ohne Erlaubnis und verwendet nur Motive, für die ihr die Nutzungsrechte habt. Seid euch außerdem darüber im Klaren, dass Sprühkreide von Beobachter*innen mit Sprühlack verwechselt werden könnte und ihr euch ggf. erklären müsst.
Beispiel: Sprühschablone von verdi
Du hast weitere Fragen? Berlin gegen Nazis unterstützt euch gerne bei der Entwicklung von Protestideen, der Ausgestaltung und Bewerbung. Meldet euch unter info@berlin-gegen-nazis.de
Banner hängen
Nicht vor Ort, trotzdem da…
Ein rechtsextremer Aufmarsch führt durch die Straße eurer Organisation oder Firma und niemand wird vor Ort sein? Ein gut platziertes Banner stört die rechtsextreme Selbstinszenierung. Wenn die Zeit für aufwändige Malaktionen zu knapp ist, Berlin gegen Nazis verleiht auf Anfrage Positionierungsequipment in unterschiedlichen Größen und Materialien. Schreibt uns bei Interesse eine E-Mail oder ruft uns an.
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Riesenbanner mit dem BERLIN GEGEN NAZIS Logo (4x6m)
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Transparente mit dem BERLIN GEGEN NAZIS Logo quer (2x1m)
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Aufsteller (Fahne)
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Klatschpappen (deutsch und englisch)
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Aufblasbärin (4 Meter; mit ausreichend Vorlauf; benötigt Strom)
Achtung: Wenn ein Banner an einer Privatwohnung hängt, besteht das Risiko, dass eure Adresse notiert und weiterverbreitet werden. Wie du dich schützen kannst findest du in der Broschüre „Wachsam sein! Zum Umgang mit rechten und rechtsextremen Einschüchterungsversuchen und Bedrohungen" der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR).
Beispiele: Banner und Aufblasbärin:
Kampagne „Das wird man ja noch fragen dürfen“: https://berlin-gegen-nazis.de/das-wird-man-ja-noch-fragen-duerfen/
Kein Platz für Rassismus-Banner: https://berlin-gegen-nazis.de/kein-platz-fuer-rassismus-auftakt-der-vereinspositionierungen-im-mommsenstadion/
No Backdrop for Nazis-Kampagne: https://berlin-gegen-nazis.de/kampagne-berlin-no-backdrop-for-nazis-keine-kulisse-fuer-nazis-gestartet/
Buchstaben Choreografie
Bringt eure Message in Bewegung
Ihr wollt ein sichtbares Zeichen setzen, mit dem auch ein Pressefotograf etwas anfangen kann? Sucht euch Verbündete und bringt eure Message mit einer Buchstaben-Choreographie in Bewegung. Mit denselben Buchstaben könnt ihr durch Umstellen mehrere Varianten zeigen. Bedenkt: Auch eine Buchstaben-Choreo muss angemeldet werden. Ob witzig, ernst oder künstlerisch - Die Polizei darf eure Aussage prüfen, deswegen: Keine Aufrufe zu Gewalt, Straftaten, Beleidigungen.
Beispiele:
Fotos Buchstabenchoreografie: https://berlin-gegen-nazis.de/fotos-buchstabenchoreografie-und-proteste-gegen-den-siebten-rechtsextremen-merkel-muss-weg-aufmarsch-in-berlin-mitte-am-09-09-2017/
Lichtermeer gegen rechts: https://www.tagesspiegel.de/berlin/lichtermeer-gegen-den-rechtsruck-in-berlin-zehntausende-menschen-bei-demonstration-am-brandenburger-tor-13021552.html https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-01/afd-massenproteste-fs-2
Wir sind die Brandmauer-Demo: https://www.instagram.com/wirsinddiebrandmauer/reel/DGJHY9vsb0I/
Luftballon-Aktion
Mehr als heiße Luft
Luftballons sind aufmerksamkeitsstark und symbolisch wirkungsvoll – sie bringen eure Botschaft wortwörtlich in die Luft. Aber: Selbst biologisch abbaubare Ballons brauchen Monate bis Jahre, um zu zerfallen, und können Tiere gefährden oder in der Umwelt zurückbleiben. Lasst sie möglichst nicht steigen, sondern nutzt sie vor Ort als Dekoration, oder denkt über nachhaltigere Aktionsformen nach. Falls ihr eine Ballonaktion machen wollt, meldet eure Aktion rechtzeitig bei der Versammlungsbehörde und online bei der Deutschen Flugsicherung an. Bei mehr als 500 Ballons sind zusätzliche Genehmigungen durch die Luft- und Raumfahrtbehörde erforderlich.
Beispiel: Luftballon-Aktion https://berlin-gegen-nazis.de/fotos-zweifache-luftballonaktion-gegen-den-rechtsextremen-aufmarsch-am-03-03-2018-in-berlin-mitte/ oder https://berlin-gegen-nazis.de/pressemitteilung-berliner-baer-stiehlt-rechtsextremem-aufmarsch-die-show/
Picknick
Ob mit Kaffee, Kuchen oder Kartoffelsalat…
...nicht jede Aktion muss mitten im Protestgeschehen stattfinden. Warum nicht mal abseits rechtsextremer Aufmärsche ein Kontrastprogramm schaffen? Verabredet euch für den Tag eines rechtsextremen Aufmarschs in eurem Kiez zum Frühstücken, bastelt Protestmaterialien oder tauscht euch bei einem antifaschistischen Spieleabend aus. Kennt ihr einen privaten, aber offenen Ort – z. B. einen Innenhof oder Kirchengarten, müsst ihr nichts anmelden. Für öffentliche Plätze (Parks, Rathausplatz etc.) prüft rechtzeitig, ob eine Anmeldung nötig ist.
Beispiele:
Cornern gegen rechts: https://www.instagram.com/p/DPyEB0QDPjE/
Schöner Spielen ohne Nazis: https://www.instagram.com/p/DPtDXb1DPVU/
Schilder
Setzt ein klares Zeichen – mit selbst gestalteten Schildern!
Schilder – sie sind einfach, eindrücklich und medienwirksam! Organisiert eine gemeinsame Schilder-Malaktion – entweder im Vorfeld in eurem Kiez, mit Freund*innen oder direkt im Rahmen eines angemeldeten Gegenprotests. Sprecht euch mit den Veranstalter*innen ab und sucht euch rechtzeitig einen Ort, an dem ihr in Ruhe arbeiten könnt. Ob witzig, ernst oder künstlerisch – ein Schild ist nur so gut wie sein Spruch oder sein Bild darauf. Wichtig: Keine Aufrufe zu Gewalt oder Straftaten.
Beispiel
Verlage gegen Rechts – Plakate zum Ausdrucken https://verlagegegenrechts.de/plakate-gegen-rechts
Hörbar
Rechtsextremen die Stimme nehmen – Hörbare Zeichen des Protests
Ob ihr bei einer klassischen Demonstration seid oder bei einer Nachttanzdemo sowieso schon mit Musik, Tanz und Party lautstark Stellung bezieht: Mit Trommeln, Töpfen, Trillerpfeifen, Klatschpappen oder Hupen verhindert ihr zusätzlich, dass rechtsextreme Reden oder Parolen gehört werden. Jede*r kann mitmachen, egal wie alt, laut oder leise. Natürlich könnt ihr auch alleine lärmen, aber eine Gruppe ist wesentlich effektiver und dann macht es auch deutlich mehr Spaß.
Beispiel:
Nachttanzdemo Bass gegen Hass: https://berlin-gegen-nazis.de/hupen-gegen-nazis/
Putzspaziergang
Propaganda wegschrubben
Rechtsextreme Aufkleber und Plakate sind keine belanglose Randnotiz. Sie sind strategischer Teil sichtbar zu sein, Macht zu demonstrieren und Kieze ideologisch zu besetzen. Mit einem Putzspaziergang wirkt ihr dieser schleichenden Normalisierung entgegen und stärkt eine solidarische und vielfältige Nachbarschaft. Überlegt euch im Vorfeld gut, wie ihr als Gruppe mit etwaigen Konfrontationen mit Passant*innen umgehen wollt, denen das Entfernen rechtsextremer Propaganda nicht gefällt.
Tipp: Wenn ihr auf Sticker rechtsextremer Gruppen, antisemitische Flugblätter oder rassistische Schmierereien stoßt und sie entfernt, meldet sie direkt bei der Registerstelle eures Bezirks – oder ganz einfach online über die Website der Berliner Register: Webseite der Berliner Register
Beispiel:
Saubere Straßen Kit: https://www.instagram.com/p/DObG04TiFj3/
