9. November 2026: Veranstaltungen in Erinnerung an die Pogrome von 1938

04.11.2026

Deutschlandweit wird jährlich an die Pogromnacht erinnert, in der über 7.500 jüdische Geschäfte zerstört, mehr als 1.200 Synagogen in Brand gesetzt, über 30.000 Menschen verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt wurden. Hunderte Jüdinnen und Juden wurden ermordet. Im Folgenden findet sich eine Auswahl der Gedenkveranstaltungen in den Berliner Bezirken.

++ Hinweis: Sollte es bei Gedenkveranstaltungen am 9. November zu Störungen kommen, ist es gut, vorbereitet zu sein. HIER haben wir mit unserem Schwesterprojekt von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR Berlin) Handlungsempfehlungen zum Umgang mit solchen Störungen zusammengestellt.

+++Stand: aktualisiert am 04. November 2026+++

Charlottenburg-Wilmersdorf:

Am 9.  November erinnern Schüler*innen des Walther-Rathenau-Gymnasiums, der Landespolizeiakademie Berlin und des Gottfried-Keller-Gymnasiums mit einem Gedenkmarsch zum Gleis 17 an die Opfer der Novemberpogrome. Treffpunkt ist an der Ecke Erdener Straße/Königsallee um 16:30 Uhr. Nach einem schweigenden Marsch zum Mahnmal Gleis 17
 findet die Abschlusskundgebung um 17:00 Uhr am Bahnhof Grunewald

 statt.

Am 9. November veranstaltet die Jüdische Gemeinde zu Berlin ab 19 Uhr ein Gedenken im Gemeindehaus in der Fasanenstraße 79-80 in Charlottenburg. Von 9  bis 21 Uhr werden zudem die Namen der 55.696 ermordeten Berliner Jüdinnen und Juden aus dem Gedenkbuch des Landes Berlin verlesen. Mehr Informationen finden sich auf der Website.

Friedrichshain-Kreuzberg:

Am 8. November möchte die Initiative Wrangelkiez United gemeinsam die 47 Stolpersteine putzen und an die Anwohner*innen erinnern, die vom NS-Regime verfolgt wurden. Treffpunkt ist um 16 Uhr an der Ecke Wrangelstr./Falckensteinstr. Danach wird sich bei Tee gemeinsam aufgewärmt und ausgetauscht.

Am 9. November laden das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und die Bezirksverordnetenversammlung um 14:30 Uhr zum bezirklichen Gedenken mit Kranzniederlegung, Musik und Redebeiträgen ein. Treffpunkt ist die Adresse Neue Weberstraße 57a (Eingang auf der Rückseite, Karl-Marx-Allee), 10243 Berlin. Hier stand das Wein- und Spirituosengeschäft sowie das Wohnhaus der Familie Feuerstein.

Ebenfalls direkt am 9. November findet die Gedenkveranstaltung an der Synagoge Fraenkelufer statt. Die BVV, das Bezirksamt und die Synagoge laden gemeinsam zu einem stillen Gedenken mit Kranzniederlegung um 16:30 Uhr an der an der Synagoge Fraenkelufer 10, 10999 Berlin, ein.

Lichtenberg:

Am 8. November lädt der FAN-Beirat gemeinsam mit Licht-Blicke – Fach- und Netzwerkstelle für Demokratie, dem Verein für aktive Vielfalt und der VVN-BdA Lichtenberg um 15:30 Uhr  zu einem traditionellen Stolperstein-Gedenken in Alt-Lichtenberg ein. Treffpunkt ist die Ecke Rüdiger-/Guntherstraße
in 10365 Berlin (gegenüber CAP-Markt). Ab ca. 17 Uhr folgt dann ein Ausklang im UNDINE-Garte (Hagenstr. 57) mit Feuerschale, leiser Musik, warmen Getränken und Snacks. Dabei kann sich auch zum aktuellen Erstarken des Antisemitismus ausgetauscht werden.

Ebenfalls am 8. November 2026 lädt die Initiative Stolpersteine gemeinsam mit den Geschichtsfreunden Karlshorst zu einem Stolperstein-Putzspaziergang durch das Karlshorster Prinzenviertel ein. Dabei werden Teilnehmende etwas über die Biographien dahinter erfahren. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Ecke Wandlitzstraße/Heiligenberger Straße. Am Anschluss (ab ca. 16 Uhr) gibt es Kaffee und Kuchen zum Austausch. Weitere Informationen hier. 

Mitte:

Am 8. November wird ein Stolpersteinspaziergang durch die Rosenthaler Vorstadt organisiert. Start ist um 13 Uhr in der Brunnenstraße 41, 10115 Berlin.

Am 9. November lädt die Kirchengemeinde am Weinberg zum Gedenken in die Sophienkirche (Große Hamburger Str. 29–30, 10115 Berlin) ein. Los geht es um 19:30 Uhr. Im Anschluss führt ein gemeinsamer Weg der Stille von der Sophienkirche entlang der Oranienburger Straße zum Mahnmal in der Großen Hamburger Straße.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, die Evangelische Akademie zu Berlin, die Französische Kirche zu Berlin und das Institut Kirche und Judentum laden ein zum Gedenkgottesdienst am 9. November in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt. Der Gottesdienst beginnt um 19 Uhr. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich.

Am 9. und 10. November veranstaltet das Deutsche Historische Museum (Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin) verschiedene Führungen anlässlich des Gedenktages kostenlos. Am 9.11. geht es um 12 Uhr und um 14 Uhr durch die Ausstellung "Grenzen, Gewalt, Geschichte". Um 13 Uhr und um 15 Uhr gibt es jeweils eine kostenlose "Themenführung zum Gedenken an die Novemberpogrome 1938". Am 10.11. wird letztere um 13 Uhr auf Englisch angeboten. Anmeldung ist vor Ort an der Kasse möglich.

Der DGB-Kreisverband Mitte organisiert am 9. November um 16:30 Uhr ein Stolpersteineputzen mit einer Route durch Wedding. Treffpunkt ist in der Nazarethkirchstr. 49 (beim Leopoldplatz). Abschluss ist ca. 1,5 - 2 Stunden später am Sprengelhaus.

Zur Gedenkkundgebung am Mahnmal Levetzowstraße mit anschließender antifaschistischer Demonstration zum Deportationsmahnmal auf der Putlitzbrücke ruft das Antifaschistische Gedenkbündnis an die Novemberpogrome und die Berliner VVN-BdA auf. Die Kundgebung beginnt am 9. November um 17:30 Uhr.

Neukölln:

Am Montag, den 9. November 2026, lädt Hufeisern gegen Rechts um 19 Uhr zu einer Diskussion mit der Historikerin und Autorin Susanne Heim ein, die in ihrem neuesten Buch "Die Abschottung der Welt – als Juden vor verschlossenen Türen standen 1933-1945"  die damalige internationale Geflüchtetenpolitik untersucht. Die Veranstaltung findet in den Räumen des Britzer Bürgervereins e.V. im Diakoniehaus Britz, Buschkrugallee 131 (U-Bhf. Blaschkoallee) statt.

Ebenfalls am 9. November findet in der Rudower Dorfkirche die Andacht mit dem Motto "Nie wieder ist jetzt!" statt. Dazu wird aus dem mit dem Deutschen Buchpreis 2026 ausgezeichneten Roman "Die Lücken" von Shida Bazyar gelesen. Los geht es um 18 Uhr in der Köpenicker Str. 187 in 12355 Berlin.

Schon um 15 Uhr wird es einen Putz- und Erinnerungsspaziergang in Nord-Neukölln geben. Treffpunkt ist das Rathaus Neukölln.

Pankow:

Bereits am Sonntag, den 8. November, werden ab 16 Uhr auf einem Rundgang Stolpersteine in der Lottumstraße gereinigt. Treffpunkt ist das Stadtteilzentrum am Teutoburger Platz.

Am 9. November wird um 10 Uhr die Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee stattfinden. Die Veranstaltung ist vom Bezirksamt Pankow und der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Pankow und findet in der Herbert-Baum-Straße 45 in 13088 Berlin statt. Um 11:00 Uhr findet, ebenfalls vom Bezirksamt Pankow und der BVV Pankow organisiert, das Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht auf dem Jüdischen Friedhof in der Schönhauser Allee 25 in 10435 Berlin statt. An beiden Gedenken wird sich die VVN-BdA Prenzlauer Berg beteiligen.

Reinickendorf:

Durch einen Teil Reinickendorfs wird am 7. November nicht spaziert, sondern gelaufen. Ab 9:30 Uhr und dem Treffpunkt Ecke Am Tegeler Hafen /  Berliner Straße tritt der Erinnerungslauf eine 13km lange Strecke zwischen Tegeler Fließ und Nordgraben an. Dabei werden auch Stolpersteine geschmückt und gepflegt. Die Gruppe richtet sich nach den langsamsten Läufer*innen - außerdem kann die Strecke auch mit dem Fahrrad bewältigt werden. Anmelden kann man sich hier.

Am 9. November findet um 18 Uhr ein gemeinsames Erinnern am Gedenkstein vor der Johanneskirche am Zeltinger Platz 18 mit Ansprachen und anschließendem Programm statt. Weitere Infos hier.

Spandau:

Am 9. November selbst kann sich mit einem Spaziergang durch die Spandauer Altstadt auf die Spuren jüdischen Geschäftslebens begeben werden. Schüler*innen des Bezirks werden vor Häusern stehen, in denen  jüdische Gewerbetreibende ihre Geschäfte hatten, und über das Schicksal der jüdischen Familien berichten. Organisiert wird der Spaziergang von der Jugendgeschichtswerkstatt. Die Begrüßung erfolgt um 17 Uhr auf dem Spandauer Marktplatz, danach kann man sich mit einem Häuserplan bis 19 Uhr auf eigene Faust durch die Altstadt bewegen.

Am Dienstag, den 10. November, um 10 Uhr, wird die Gedenkstunde anlässlich des 88. Jahrestages der Novemberpogrome 1938 am Mahnmal am Lindenufer stattfinden. Es laden das Bezirksamt Spandau sowie Vertreter*innen der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, der Evangelischen Kirche und Katholischen Kirche Spandaus ein. In diesem Jahr wird besonders an die Spandauer Familie Widawski erinnert - im Beisein von Angehörigen aus England. Eine Vertreterin der Jugendgeschichtswerkstatt Spandau wird ihre Geschichte erzählen. An der Gedenkstunde werden der Bezirksbürgermeister sowie Vertreter*innen des Bezirksamt Spandaus teilnehmen.

Steglitz-Zehlendorf:

Am 7. November von 14:00 bis 16:00 Uhr wird der Film "In den Seiten der Zeit – Ich leb’ so gern" gezeigt. Der Film wird in der Lukaskirche in der Friedrichsruher Straße 6 A in 12169 Berlin gezeigt. Zuvor - von 11 bis 13 Uhr - wird in einem Workshop Unterrichtsmaterial zum Film vorgestellt. Veranstalter*innen sind die Evangelische Trinitas-Kirchengemeinde Steglitz und Historikerlabor.

Am 8. November lädt die Stolpersteininitiative der Markusgemeinde um 12:30 Uhr zu einem Stolpersteinspaziergang rund um die Markuskirche ein. Treffpunkt für den ca. 1,5- bis zweistündigen Spaziergang ist der Kirchplatz Karl-Stieler-Str. 8A.

Die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf gedenken des Jahrestags der Pogromnacht mit einer Kranzniederlegung am 9. November um 16 Uhr an der Spiegelwand am Hermann-Ehlers-Platz.

Tempelhof-Schöneberg:

Am Sonntag, den 8. November, wird ein Stolpersteinrundgang durch den Barbarossakiez angeboten. Um 15 Uhr geht es an der Kiez-Oase in der Barbarossastr. 65 (10781 Berlin) los. Es werden Auszüge aus den Biografien dreier Familien vorgestellt. Musikalische Beiträge begleiten das Programm.

Am selben Tag bietet die Stolpersteininitiative an der B96 den digital unterstützten Stolpersteine-Rundgang durch Mariendorf an. Von 13 bis 15 Uhr werden auf einer interaktiven Route von der Richterstraße 48 bis zum Mariendorfer Damm 30 die Geschichten hinter den Stolpersteinen in Mariendorf entdeckt und die Lebenswege der Menschen kennengelernt, an die sie erinnern. Treffpunkt ist Kastanienwäldchen am Volkspark Mariendorf, ca. 5 Minuten von der U-Bahn Station Alt-Mariendorf entfernt.

Um 17 Uhr am 8. November lädt der GofenbergChor zu einem Konzert ins Rathaus Schöneberg (Theodor-Heuss-Saal, John-F.-Kennedy-Platz 1, 10825 Berlin) ein. Es werden Lieder in jiddischer und hebräischer Sprache gesungen. Das Gedenkkonzert findet in Zusammenarbeit mit der Stiftung ZURÜCKGEBEN statt, die in Deutschland lebende jüdische Künstler*innen und Wissenschaftler*innen fördert. Weitere Infos und Anmeldung hier. Die Veranstaltung ist Teil der Tempelhof-Schöneberger Aktionswochen gegen Antisemitismus.

Am darauffolgenden 9. November findet um 16 Uhr am Mahnmal der ehemaligen Synagoge in der Münchener Straße 38 in 10779 Berlin die jährliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht statt. Dabei wird mit Kranzniederlegung und Schweigeminute an die gewalttätigen Ausschreitungen gegen jüdische Mitmenschen, Synagogen und Geschäfte in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erinnert. Die Veranstaltung wird vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg im Rahmen der Aktionswochen gegen Antisemitismus organisiert.

Am 9. November organisiert die Stadteilgruppe TempelSchön der Omas gegen Rechts Berlin eine Mahnwache mit Leseperformance am Brunnen des Viktoria-Luise-Platzes in Schöneberg. Die Kundgebung findet von 16:30 bis 17:30 Uhr statt.

Abends um 19 Uhr wird beim Lebensmelodien-Konzert in der Apostel-Paulus-Kirche in der Grunewaldstr. 77a in 10823 Berlin wieder gesungen. Unter dem Titel "Morgen wieder Lustik“stehen Komponist*innen, die in Berlin lebten, wirkten und komponierten, im Mittelpunkt des Konzerts. Ihre Musik und ihre Lebensgeschichten erzählen von jüdischem Leben in der Stadt, von künstlerischem Schaffen, Verfolgung und Erinnerung. Veranstalterin des Konzerts im Rahmen der Aktionswochen ist der Evangelischer Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg.

Treptow-Köpenick:

Am 7. November lädt der BdA Treptow ab 11 Uhr zur traditionellen Matinee zur Erinnerung an die Novemberpogrome vor 88 Jahren in den Großen Ratssaal des Rathauses Treptow (Neue Krugallee 2–6, Raum 218, 12435 Berlin) ein. Zum Programm gehört ein Vortrag von Dr. Susanne Heim: mit dem Titel "Niemandsland der Juden. Enteignung und Vertreibung der Juden im Jahr 1938 zwischen dem Anschluss Österreichs und dem Novemberpogrom". Zudem sind der Antifaschistische Chor Pirna Pir-Mol.

Die Initiative Friedrichshagen für alle organisert am 8. November einen Stolpersteinspaziergang mit Start am S-Bahnhof Friedrichshagen. Von 11 bis 13 Uhr werden Blumen und Kerzen an den Steinen niedergelegt.

Die Stolpersteininitiative des BdA Treptow organisiert die Verlegung von vier Stolpersteinen für Alfred, Hildegard, Rachel und Kurt Salinger. Die Verlegung beginnt am 8. November um 15 Uhr, Treffpunkt ist Am Treptower Park 18, 12435 Berlin.

Die gleiche Initiative lädt zusammen mit Schüler*innen des Gebr.-Mongolfier-Gymnasiums am 9. November um 14 Uhr an die Litfaßsäule Elsenstr. 5 (Ecke Puschkinallee) zur Gedenkfeier „Sie wollten leben!“ ein.

Ebenfalls am 9. November lädt das Mobile Jugendzentrum Langer See in Trägerschaft vom Roten Baum Berlin zu einer besonderen Erinnerungstour per Boot zu Stolpersteinen, Gedenktafeln und historischen Orten ein. Startpunkt ist um 11 Uhr am S-Bahnhof Grünau. Man kann auch nur an Teilen der Tour teilnehmen. Der offizielle Endpunkt ist um 17:15 Uhr am Gedenkstein Hans Kirstein in Müggelheim.

Etwas später, am 15. November, findet um 14 Uhr ein Stadtrundgang in Gedenken an die Opfer der Pogromnacht mit Start am Schlossplatz Köpenick statt.