Kampagne "Keine Heimat für Nazis. In Köpenick und überall."
Am 23. Juni fand der Auftakt der Kampagne „Keine Heimat für Nazis. In Köpenick und überall.“ im Garten des CAFE Köpenick statt.
Neonazi-Zentrale in Berlin. Seit 2000 befindet sich die Bundeszentrale der neonazistischen Partei „Die Heimat“ (bis 2023 NPD) in Berlin-Köpenick. Das hat gravierende Auswirkungen auf den Bezirk und auf ganz Berlin. Genauso lange gibt es kontinuierlich Proteste gegen die Präsenz der Neonazis im Bezirk. Die Partei hat zwar in den letzten Jahren bundesweit an Bedeutung verloren. Ihre Zentrale in der Köpenicker Seelenbinderstraße fungiert für die Neonazi-Szene aber weiterhin als wichtiger Rückzugsraum, als Ort für Vernetzung und Strukturarbeit sowie als rechtsextreme Event-Location. Wiederholt war das Haus auch Ausgangspunkt von Bedrohungen und gewalttätigen Angriffen, zuletzt dadurch verstärkt, dass sich „Die Heimat“ aktionsorientierten rechtsextremen und gewaltaffinen Jugendgruppen wie „Deutsche Jugend Voran“ (DJV) annäherte. Dafür kommt der Immobilie in Köpenick eine Schlüsselrolle zu.
Das Ende? Im Mai wurde bekannt, dass „Die Heimat“ ihre Zentrale verkaufen möchte. Wie lange dieser Prozess dauern und wohin die Partei ihre Strukturen verlegen wird, ist unklar. Fest steht aber, dass die Partei erneut an den AGH-Wahlen im September teilnehmen will und ihre Aktivitäten im Wahlkampf verstärken dürfte. Sicher ist auch: Neonazis und ihr Gedankengut werden mit dem eventuellen Ende der Zentrale nicht aus Berlin verschwinden. Und auch nicht aus Treptow-Köpenick: Für 2025 erfasste die bezirkliche Registerstelle 1.238 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle (darunter 29 tätliche Angriffe) und sieht – auch fernab von Parteistrukturen – das Erstarken einer rechten Jugendkultur.
Dagegen halten! Der Bezirk hatte sich bereits 2014 durch erfolgreiche und breite zivilgesellschaftliche Proteste in Schöneweide gegen rechte Raumnahme und Infrastruktur positioniert. Es kam zur Schließung zweier von Neonazis betriebener Lokalitäten in der sogenannten „Braunen Straße“. Auch gegen die Zentrale in Köpenick gibt es seit ihrem Bestehen kontinuierlich Gegenprotest und Zusammenschlüsse wie das Bündnis für Demokratie und Toleranz wurden aktiv.
Die Kampagne will das Engagement der lokalen Aktivist*innen unterstützen. Ziel ist es, bezirkliche Bündnisse, Organisationen und Einzelpersonen wieder stärker zu aktivieren und besser zu vernetzen, um an die Mobilisierungserfolge aus dem letzten Jahrzehnt anzuschließen. ZfD und BGN werden gemeinsam mit lokalen Kampagnenpartner*innen ihre Öffentlichkeitsarbeit zur Heimat-Zentrale intensivieren. Unter dem Motto „Keine Heimat für Nazis.“ werden wir nicht warten, bis die Neonazis der „Heimat“ eventuell von sich aus das Feld räumen und ihre menschenverachtende Arbeit in Berlin einstellen. Online wie offline werden wir Berliner*innen dafür sensibilisieren, dass eine Neonazi-Zentrale in ihrer Stadt uns alle angeht und rechtsextreme Raumnahme nicht unbeantwortet bleibt!
Die Pressemitteilung zum Kampagnenstart samt Kontaktinformationen für Rückfragen:
