Bunter Wind für Lichtenberg

Am 13. August ist die Kampagne „Bunter Wind für Lichtenberg“ gestartet. „Bunter Wind heisst für uns, aktiv und entschlossen gegen Diskriminierung und Ausgrenzung einzutreten“, ist im Aufruf der Kampagne zu lesen.

Und: „Wir verstehen Demokratie nicht als etwas Starres, Feststehendes, sondern als etwas Veränderbares.“ Sie lebt von der aktiven Partizipation aller – egal welcher Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung, davon sind die über 100 Erstunterzeichner/innen des Aufrufs überzeugt.

Auch die Eisbären Berlin sind unter den Erstunterzeichner/innen: „Die Wiege der Eisbären steht in Lichtenberg-Hohenschönhausen. Deshalb sind wir mit dem Stadtbezirk eng verbunden und wünschen uns sehr, dass hier so viele verschiedene Menschen wie möglich freundschaftlich zusammenleben. Rassismus hat weder bei den Eisbären noch in Lichtenberg-Hohenschönhausen Platz. Lichtenberg ist genau so bunt, wie die Fankurve bei den Eisbären“, beschreibt Daniel Goldstein (Pressesprecher, Eisbären Berlin) die Motivation des Eishockeyclubs sich an der Kampagne zu beteiligen.

Die Idee für die Kampagne entstand während der Proteste gegen den ehemaligen Neonazi-Treffpunkt in der Lückstraße im Weitlingkiez. Das gemeinsame und kontinuierliche Engagement von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung führte zum Erfolg, die Neonazis mussten mittlerweile aus den Räumen ausziehen.

Rosemarie Heyer (Mitglied des Lichtenberger Bündnis für Demokratie und Toleranz) erläutert: „Viele Menschen engagieren sich in Lichtenberg, zum Beispiel im Bündnis, in den Interkulturellen Gärten oder im Netzwerk Jugendfreizeiteinrichtungen gegen Diskriminierung. Dieses Engagement wollen wir mit der Kampagne bündeln und verbreitern.“ Auch inhaltlich will das Kampagnen-Netzwerk sich weiteren Themen widmen, wie Homophobie, der Willkommenskultur für Flüchtlinge oder der Auseinandersetzung mit Antiziganismus. Bereits im September und Oktober sind erste Aktionen und Veranstaltung dazu geplant. So zeigen zum Beispiel am 26. September ab 16 Uhr die JFEs gegen Diskriminierung den Film Can’t be silent im Kulturzentrum wb 13 in Hohenschönhausen. Der Film begleitet Nuri (Dagestan), Jacques (Elfenbeinküste), Hosain (Afghanistan), Sam (Gambia) und Revelino (Elfenbeinküste) und ihre Band „Strom & Wasser feat. The Refugees“ auf einer großen Deutschland-Tournee. Alle fünf haben ihr Land verlassen auf der Suche nach einer neuen Heimat, die vielleicht Deutschland ist. Jenseits der Tournee leben sie isoliert in Heimen und zum Stillstand verurteilt einen schockierenden Flüchtlingsalltag. Anschließend gibt es ein Gespräch mit den Filmemacher/innen und ein Konzert mit Hosain und Nuri sowie mit Bands aus dem Jugendclub OCB und Spik e.V.

Auch der Bezirksbürgermeister Andreas Geisel begrüßt die Kampagne: „In Lichtenberg weht der „Bunte Wind“ und ist  Synonym für einen weltoffenen, demokratischen und modernen Bezirk Berlins. Bunt sind bei uns die Aktionen, Projekte und Initiativen für Demokratie und Toleranz gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus und  genauso  vielfältig ist die Beteiligung  aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Vereinen und Zivilgesellschaft.  Dieses Netzwerk ist der Garant für eine feste Verankerung dieser Werte in der politischen Kultur von Lichtenberg.“

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