„Tag der offenen Tür“ in der Unterkunft für Geflüchtete in Marzahn-Hellersdorf und flüchtlingsfeindliche Proteste

In wenigen Tagen werden die ersten Bewohner in das neue Wohnheim für Flüchtlinge am Blumberger Damm, Ecke Landsberger Allee einziehen. Am Freitag gibt es einen "Tag der offenen Tür" im Gebäude. Nazis haben angekündigt, die Veranstaltung zu stören und planen eine Kundgebung. Der "Allgemeine Studentenausschuss" (AStA) der Alice Salomon Hochschule und das "Antifaschistische Kollektiv Marzahn Hellersdorf" rufen dazu auf, den Rassisten nicht das Feld zu überlassen. Seit über einem halben Jahr finden in der Nähe des neuen Heimes Kundgebungen gegen die Unterkunft statt, Marzahn-Hellersdorf war in den vergangenen Monaten Schwerpunkt flüchtlingsfeindlicher Mobilisierungen in Berlin.

Wie die berliner-woche.de berichtet, werden in wenigen Tagen die ersten der 400 Bewohner_innen die neuen Unterkunft für Flüchtlinge am Blumberger Damm, Ecke Landsberger Allee beziehen. Das Landesamt für Soziales veranstaltet deshalb am Freitag, den 10. Juli, von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr einen „Tag der offenen Tür“ in dem neuen Wohnheim.

Mehrere rechtsextreme Gruppen haben angekündigt, die Veranstaltung zu stören. Das „Antifaschistische Kollektiv Marzahn-Hellersdorf“ schreibt dazu auf seiner Website: „Bisher hat die NPD eine Kundgebung in der Nähe angemeldet.“ Laut Informationen von der Facebookseite des AStAs der Alice Salomon Hochschule findet die flüchtlingsfeindliche Kundgebung „in unmittelbarer Nähe zur entstehenden Asylunterkunft“ statt: an der Kreuzung vor dem SPD-Büro, rechts vom Peugeot-Autohaus (siehe Karte). Die Kundgebung steht unter dem Motto „Asylflut stoppen“.

Mit dem Titelbild „Refugees NOT welcome“ ruft auch die Gruppe „Wir Für Berlin & Wir Für Deutschland“ dazu auf, am „Tag der offenen Tür“ teilzunehmen.  Die Gruppe „Kein Asylanten-Container Dorf in Buch“ kündigt auf ihrerer Facebookseite an: „Vor der Asylunterkunft wird eine Protestveranstaltung von Seiten der Bürgerinitiative Marzahn stattfinden!“

Der AStA der Alice Salomon Hochschule erinnert auf seiner Facebookseite  daran, dass Marzahn-Hellersdorf bereits in den vergangenen Monaten ein Schwerpunkt flüchtlingsfeindlicher Proteste in Berlin war und ruft zu Protest auf: „Mit der völlig eskalierten AnwohnerInnenversammlung 2013 in Hellersdorf im Hinterkopf ist davon auszugehen, dass auch am 10. Juli in Marzahn sich hässliche Szenen abspielen könnten. Umso mehr fordern wir euch auf, das ganze nicht unbeachtet verstreichen zu lassen.“ Das „Antifaschistisches Kollektiv Marzahn-Hellersdorf“ schreibt auf seiner Website, dass es in den verganenen Monaten 32 „Montagsdemonstrationen“ gegen die geplante Unterkunft am Blumberger Damm, Ecke Landsberger Allee gegeben habe. Allerdings mit immer weniger Teilnehmer_innen. Das Kollektiv fordert für Freitag: „Überlassen wir den Rassist*innen nicht das Feld. Schaut euch die Unterkunft an und helft mit, dass Nazis und Rassist*innen die Veranstaltung nicht stören können.“

Berlinonline.de macht in einem Beitrag zum „Tag der offenen Tür“ darauf aufmerksam, dass die Veranstaltenden sich vorbehalten, „von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen“.

Berlin gegen Nazis wird am Freitag vor Ort sein und über die aktuelle Lage auf Twitter berichten, Hashtag: #MaHe.

Eine Karte zur besseren Orientierung in Marzahn-Hellersdorf steht auf der Gegen-Nazis-App zur Verfügung.